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Der persönliche Austausch ist der große Gewinn der Arbeitstagung der Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte.

Für Alle und immer da

Brigadegeneral Uwe Nerger (l.) spricht den Lotsen für Einsatzgeschädigte seine tiefe Anerkennung für ihre Arbeit aus.

Lotsen für Einsatzgeschädigte

Sie sind Ansprechpartner, sie begleiten, sie hören zu und sie vermitteln an Betreuungseinrichtungen. Auch mit dem Psychosozialen Netzwerk der Bundeswehr kennen sie sich bestens aus. Die Lotsinnen und Lotsen für Einsatzgeschädigte sind für viele Kameraden der erste Anlaufpunkt, wenn sich ihr Leben verändert. Vom 9. bis 11. April 2018 kamen rund 50 von ihnen zur 7. Arbeitstagung in Strausberg zusammen.

Stärkung des persönlichen Netzwerkes, Gedankenaustausch und Weiterbildung – das stand unter anderem für die angereisten Lotsen für Einsatzgeschädigte aus dem gesamten Heer auf der Agenda. Major Stephanie Jäkel, Leiterin der Lotsen-Ansprechstelle am Kommando Heer, erklärte: „Mindestens zweimal pro Jahr wollen wir in Form einer Arbeitstagung direkt mit unseren Lotsen ins Gespräch kommen. Austausch, gemeinsame Weiterbildung und das Kennenlernen auf persönlicher Ebene ist die Idee und der wichtige Kern der Arbeitstagung.“

Der persönliche Beitrag zeichnet den Lotsen aus

Generalarzt Dr. med. Bernd Mattiesen (am Pult) würdigt aus Sicht des Bundesministeriums der Verteidigung die Arbeit der Lotsen.

Brigadegeneral Uwe Nerger eröffnete mit persönlichem Handschlag die Arbeitstagung. Sein Dank galt vor allem dem freiwilligen Engagement sowie der unermüdlichen Tätigkeit der Lotsen. Dieser so wichtige persönliche Beitrag für andere Kameraden mache diese Tätigkeit aus. „Ich freue mich besonders heute zwölf neue Lotsen zur Arbeitstagung begrüßen zu können“, betonte der Abteilungsleiter aus dem Kommando Heer. Er blicke damit zufrieden auf die derzeit fast 200 ausgebildeten Lotsen für Einsatzgeschädigte im Heer. Die Lotsenleitstelle am Zentrum Innere Führung übernimmt die Ausbildung der Lotsen. Sie führt ein Verzeichnis aller Lotsen, koordiniert deren Aus- und Weiterbildung und stellt Informationsmaterial bereit.

Generalarzt Dr. med. Bernd Mattiesen, Beauftragter für einsatzbedingte posttraumatische Belastungsstörungen und Einsatztraumatisierte aus dem Bundesministerium der Verteidigung, unterstrich in seinem Vortrag die Leistungen aller Lotsen für Einsatzgeschädigte. Verletzungen am Körper seien deutlich sichtbar – aber die Verletzungen an Psyche und Seele greifbar zu machen, das sei unter anderem der Arbeit jedes einzelnen Lotsen für Einsatzgeschädigte zu verdanken.

Einblick in die Geschichte: Psychische Belastungen damals

Die Gedenkstätte Seelower Höhen verschafft einen anderen Blickwinkel auf die Arbeit der Lotsen.

Zweifelsohne bildete der Besuch der rund 40 Kilometer weiter östlich gelegenen Gedenkstätte Seelower Höhen den kulturellen Höhepunkt dieser Tagung. Am geschichtlichen Beispiel ließ der Besuch erahnen, welche persönlichen Tragödien und unvorstellbaren Belastungen sich dort abgespielt haben müssen. Die Schlacht um die Seelower Höhen im April 1945 war eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkriegs auf deutschem Boden. Insgesamt waren damals mehr als eine Million Soldaten und rund 3.500 Panzer sowie fast nochmal so viele Flugzeuge verwickelt. Noch heute werden Gebeine gefallener Soldaten der Wehrmacht und der Roten Armee geborgen. Stumme Zeugen, die allgegenwertig noch auf Gewalt und Tod aufmerksam machen. Von den psychischen Belastungen der Soldaten von damals zurück ins Hier und Jetzt brachten die Lotsen für Einsatzgeschädigte die anschließenden Workshops.

Die Ernsthaftigkeit widerspiegeln
In Workshops sprachen die Lotsen über ihre eigene Wahrnehmung und Akzeptanz durch die Führung. Es sei wichtig, dass ihre Arbeit auf allen Ebenen wahrgenommen werde. „Das sind wir den Einsatzgeschädigten schuldig“, so ein Teilnehmer. Kommunikation, Fürsorge, Unterstützung und vor allem Interesse sind die wesentlichen Kriterien, die im Umgang miteinander immer vorherrschen sollten.

04.07.2018

Dieser Beitrag von Rene Hinz erschien zuerst auf www.deutschesheer.de und wurde geringfügig bearbeitet.

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