Was für ein besonderer Abend

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Big Band der Bundeswehr liefert nicht nur Show – sie weckt Emotionen

Vor einem nahezu ausverkauften Haus spielte am 27. November 2025 die Big Band der Bundeswehr mit ihrem neuen Bandleader Oberstleutnant Tobias Terhardt im Telekom Forum Bonn ein grandioses Benefizkonzert zugunsten PTBS-Geschädigter in der Bundeswehr.

Nur knapp sieben Wochen nach der letzten Benefizveranstaltung, dem Großkonzert der Bundeswehr, begrüßte Bundesvorsitzender Bernd Krämer erneut Hunderte von Zuhörern auf der rechten Rheinseite.

Unter ihnen zahlreiche Ehrengäste wie Staatssekretär a.D. Dr. Günter Ermisch und den ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, General a.D. Eberhard Zorn. Aus dem Kreise der aktiven Zivilbeschäftigten und Militärs hieß er Ministerialdirektorin Oda Döring (Abteilungsleiterin Personal im BMVg), Thomas Uhle (Vizepräsident des BAPersBw) in Vertretung des Präsidenten des BAPersBw, Generalleutnant Robert Sieger, Konteradmiral Roland Obersteg in Vertretung von Vizeadmiral Dr. Thomas Daum (Inspekteur Kommando Cyber- und Informationsraum) und den Schirmherrn dieses besonderen Konzerts, den Stellv. Amtschef des Streitkräfteamtes und Standortältesten Bonn, Brigadegeneral Michael Oberneyer, herzlich willkommen.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

„Heute haben wir ein ähnliches Konzert“, so Krämer, „ein Benefizkonzert für eine besondere Spezies unserer Sorgenkinder, nämlich zugunsten der Einsatzbelasteten und insbesondere der psychisch traumatisierten Soldatinnen und Soldaten. Warum machen wir das?“
Das BwSW habe in den vergangenen Jahren viele Anträge auf Einzelhilfen erhalten, die im vergangenen Jahr vehement zugenommen hätten. Rund die Hälfte der Anträge wegen PTBS. Dies habe das Sozialwerk zum Nachdenken bewogen. Es seien Kontakte zu Fachleuten geknüpft und Lösungsvorschlage erarbeitet worden. „Fakt ist, dass sich das Aufkommen an Anträgen in diesem Jahr so fortgesetzt hat, sodass wir gesagt haben: „Da müssen wir was tun!“

Jemand, der die ganze Bandbreite von PTBS versteht und erklären kann, kam im anschließenden Einspieler zu Wort: Oberstarzt Prof. Dr. Peter Zimmermann, ausgewiesener Experte in der Forschung und Behandlung von PTBS. Er war Chefarzt im Berliner Bundeswehrkrankenhaus und ist jetzt der Beauftragte des BMVg für PTBS.

Hier ist er und sein Team verantwortlich für die Koordination von Hilfsangeboten, Ansprechpartner für Fragen zu PTBS und Einsatztraumatisierung sowie Förderung der Aufklärung und Verbesserung der Versorgung einsatzversehrten Soldatinnen und Soldaten. Zimmermann wies unter anderem darauf hin, dass psychische Erkrankungen nach Auslandseinsätzen ein häufig anzutreffendes Phänomen in der Bundeswehr, aber auch in der Gesellschaft allgemein sei. Erkrankungen würden über Jahre hinfort bestehen, Familien und soziales Umfeld mitleiden und für Familie, Bundeswehr und Gesellschaft eine Bürde bedeuten.

Musikalisches Highlight der Extraklasse mit Swing, Jazz und Pop

Nach der einleitenden, doch eher ernsten Thematik folgte nun das, worauf das Publikum sich schon länger freute: der Auftritt der Big Band der Bundeswehr mit ihrem neuen Bandleader und ihren Sängerinnen Bonita Niessen und Sofia Andersson sowie Sänger Marco Matias. Trotz weniger Auftritte seit seinem Antritt als Bandleader im September 2025 merkte das Publikum sofort, dass mit Tobias Terhardt ein Profi und Routinier am Dirigentenpult steht.

Nach kurzen einleitenden Worten zum Programm startete die Big Band passend zur Uhrzeit pünktlich mit „8 pm“, gefolgt von „Ode to Joy“, neu interpretiert von Torsten Maaß mit Melodiefragmenten von Ludwig van Beethoven – das Publikum zeigte sich begeistert.

Dann gaben die Vollblutmusikerinnen und -musiker richtig Gas und der Funke „Begeisterung“ sprang mit dem Auftritt von Gesangs- und Tanztalent Sofia Andersson und ihrer Interpretation von „Don’t rain on my parade“ sofort aufs Publikum über.

Sänger Marco Matias stand dem in nichts nach und brachte auf stimmlich-musikalischem Spitzenniveau den Klassiker „O sole mio“. Was für ein Start.

Eine gehörige Portion Jazz brachte anschließend die leidenschaftliche und temperamentvolle Sängerin und Songschreiberin Bonita Niessen mit „Love for sale“ von Cole Porter, neu arrangiert von Bert Conzen, auf die Bühne.

Einen Hauch von Bossa Nova, eines bekannten brasilianischen Musik- und Tanzstils der 1950er und 1960er Jahre, performten die drei Künstler in einem Medley von Sergio Mendes, der als einer der Pioniere dieser Musikrichtung gilt. Mit dem Ende der 1970er Jahre veröffentlichen Funk-Hit „Uptown Funk“ von Craig Palmer verabschiedete das Trio die begeisterten Konzertgäste in die Pause.

Einstimmen auf die Weihnachtszeit

Nicht minder flott ging es nach der Pause weiter. Mit „Move on up“ von Curtis Mayfield, einem Klassiker der Soulmusik aus den anfänglichen 1970er Jahre, starteten Sofia, Bonita und Marco gleich wieder voll durch. Und die Big Band? Sie machte das Publikum einfach nur glücklich – mit „Happy“ von Pharrell Williams und einem starken Trompetensoli. Danach sollte es ruhiger werden – Einstimmung auf die besinnliche Zeit des Jahres, wenn auch mit einem eher traurigen Lied des britischen Weltstars Sting – „Fragile“, aber wunderbar melancholisch und stimmungsvoll gesungen von Marco Matias in seiner Muttersprache Portugiesisch.

Den musikalischen Einstieg in die Weihnachtszeit gab es dann mit Sofia, Bonita und Marco gemeinsam mit der Big Band und dem Lied „The most wonderful time of the year“, einem Weihnachtsklassiker des ehemaligen US-amerikanischen Popstars Andy Williams, gefolgt von Sofia Anderssons Interpretation des englischen Klassikers „The first Noel“. Und was wäre die Weihnachtszeit ohne „Let it snow“, einem der meist gespielten Weihnachtslieder der Welt? Keine Frage für Marco, er sang den Song dieses Mal auf seine Weise. Einen weiteren Klassiker präsentierte Bonita mit „Christmas Is My Favorite Time Of The Year“, bevor die Big Band und die drei Künstler mit „This Christmas“ den offiziellen Teil des Konzerts unter langanhaltendem Beifall und Standing Ovation beendeten.

Eine gute Gelegenheit für Gastgeber Bernd Krämer, sich bei Bandleader Tobias Terhardt und seinen Musikerinnen und Musikern und natürlich den drei Solisten Sofia Andersson, Bonita Niessen und Marco Matias ganz herzlich für die Performance auf der Bühne mit BwSW-Maskottchen „Paul der Bär“, einem Präsent und Blumen zu bedanken. Auch bei Dirk Wende von der Telekom bedankte er sich mit einem Präsent für die wiederholt sehr gute Zusammenarbeit und Überlassung des Forums an diesem Konzertabend. Damit wäre eigentlich das Ende der Veranstaltung erreicht – eigentlich. Der Bundesvorsitzende nutzte das Ende dieses fantastischen Konzertabends, sich bei einem verdienten langjährigen Mitarbeiter der Bundesgeschäftsführung des BwSW zu bedanken: Stabskapitänleutnant Rolf Urner, der sich im Frühjahr 2026 in den Ruhestand verabschieden wird. Er war es über Jahre hinweg, der Veranstaltungen wie diese gemeinsam mit seinem Presseteam in wochenlanger Vorarbeit organisierte und letztendlich zu einem erfolgreichen Abschluss führte. Für all seine Mühen und Anstrengungen bedankte sich Krämer auch bei ihm mit einem Präsent.

Weihnachtliche Zugabe

Ein Konzert ohne Zugabe – das gibt es doch gar nicht, oder? Dachte sich auch die Big Band und kam dem Wunsch des Publikums und Bernd Krämers gerne nach. Wer kennt es nicht, das Lied „Weihnachten bin ich zu Haus“ von Roy Black, das viele Menschen zu Tränen rührt? An diesem Abend in einer neuen Fassung mit viel Gefühl gesungen von Sofia Andersson. Ausdrucksstark beschloss Bonita Niessen mit dem letzten Lied „Have yourself a merry little Christmas“ von Judy Garland diesen wunderbaren Konzertabend.

                                                  „Merry Christmas“