Rekordspendensumme beim Kapitänsdinner
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wird Mitglied im Bundeswehr-Sozialwerk
Auf die diesjährige Einladung des Inspekteurs der Marine, Vizeadmiral Jan Christian Kaack, zum 10. Kapitänsdinner am 27. Februar 2026 warteten die Interessierten schon ungeduldig, ging es doch wieder in das Grand Hotel Heiligendamm.
Bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein zeigte sich das erste Seebad Deutschlands an der Ostsee von seiner besten Seite, sodass viele Gäste sich gleich für einen Kurzurlaub in das Grand Hotel eingebucht hatten.


Neben Gästen aus Politik, Wirtschaft und Behörden sowie Freunden der Marine konnten als besondere Ehrengäste wieder Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sowie Landtagspräsidentin Birgit Hesse begrüßt werden.
Höhepunkt des Abends war auch in diesem Jahr ein 5-Gänge Menü der Extraklasse, das durch die ausgezeichneten Köche der Kochnationalmannschaft der Bundeswehr zubereitet wurde, begleitet von den ausgewogenen Klängen der Night-Time-Band des Marinemusikkorps Kiel sowie Korvettenkapitän Inga Hilsberg, die den Abend mit Charme und Witz moderierte.
Bei seiner Begrüßung dankte Inspekteur Kaack den anwesenden Gästen und stellte fest, dass die Teilnahme an diesem Abend ein klares Bekenntnis zum guten Zweck sei, der hinter dem Bundeswehr-Sozialwerk (BwSW) stehe. Das zweite Kapitänsdinner im Grand Hotel in Heiligendamm bedeute auch, dass man beim dritten Mal schon von Tradition sprechen könne.
Hoteldirektor Fabian Engels ließ es sich im weiteren Verlauf nicht nehmen, auch im Namen des Hotels ein Grußwort an die Gäste zu richten und betonte, dass das Grandhotel Heiligendamm auch 2027 sehr gerne wieder Gastgeber für das Kapitänsdinner sein wolle und damit dieser Tradition nicht im Wege stünde.







Für die Kochnationalmannschaft der Bundeswehr unter Leitung von Hauptbootsmann Rayk Pommer war es auch dieses Jahr wieder etwas Besonderes, in der Küche des Grand Hotels zu kochen. Schließlich kocht an anderen Tagen der Sternekoch Ronny Siewert mit seinem Team genau hier. Neben dem Qualitätsanspruch an die einzelnen Gänge stellte auch die Anzahl von 170 Gästen schon eine besondere Herausforderung dar, gilt es doch bei fünf Gängen insgesamt 850 Teller liebevoll anzurichten. Der Menükarte war bereits vorab als Hauptgang die geschmorte Ochsenbacke an Rosmarin-Granatapfel-Jus mit Ratatouille und Pastinaken-Kartoffelcreme zu entnehmen und als Gaumenschmaus zum Schluss Spekulatius-Eis an Ganache-Dôme mit Bratapfeltarte und Kirschgel.


Ministerpräsidentin Schwesig war bereits zum vierten Mal der Einladung des Inspekteurs der Marine gefolgt und betonte in ihrem Grußwort die besondere Rolle der Marine für die Sicherheitspolitik unseres Landes. „Wir in Mecklenburg-Vorpommern halten zusammen, und das heißt auch: Wir in Mecklenburg-Vorpommern stehen hinter der Bundeswehr. Hinter den Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern als Soldatinnen, Soldaten oder Zivilbeschäftigte bei der Bundeswehr arbeiten. Ich habe allergrößten Respekt vor ihrem Einsatz und ihrer Leistung. Das gilt auch für Soldatinnen und Soldaten und ihre Angehörigen in Not. Mit diesem Kapitänsdinner unterstützen wir gemeinsam die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“.
Sie hob im Besonderen das ehrenamtliche Engagement vieler aktiver Soldatinnen und Soldaten, Einheiten ebenso wie die Unterstützung durch Förderer aus der Gesellschaft hervor. Der Abend sei eine Gelegenheit, zu dieser wichtigen Arbeit beizutragen.
Um ihre Solidarität mit unserem Sozialwerk zu untermauern, verkündete Ministerpräsidentin Schwesig noch während ihres Grußwortes ihre Mitgliedschaft im Bundeswehr-Sozialwerk.
Vizeadmiral Kaack stellte mit seinen Worten zur aktuellen Lage der Deutschen Marine auch die besondere Bedeutung unseres Vereins in den Fokus. „In einer Zeit, in der die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen höhere Anforderungen an die Bundeswehr stellen, ist das Engagement des Bundeswehr-Sozialwerkes von unschätzbarem Wert. Es leistet einen stillen, aber unverzichtbaren Beitrag innerhalb der Streitkräfte. Es ist dabei so etwas wie die unsichtbare Eskorte unserer Flotte. Selten auf dem Radar sichtbar – aber immer da, wenn es darauf ankommt.“
Als Bereichsvorsitzender Nord war es mir wichtig, den Gästen einen kleinen Einblick in die Arbeit unseres Bundeswehr-Sozialwerks mit den zwei tragenden Säulen Hilfe und Erholung zu geben. Ein Fokus lag dabei auf unseren Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche, da mich diese Freizeiten mein Leben lang begleitet haben und es gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, dass unsere Kinder Gemeinschaft und ein Wir-Gefühl live erleben können.
Eine kleine Überraschung gab es noch für Kapitän zur See a.D. Heinz Peter Decker, dem ich vor Ort die Ehrenurkunde für seine 40-jährige Mitgliedschaft aushändigen konnte und diese Gelegenheit nutzte, um für eine Mitgliedschaft bei uns zu werben.
Den Schwerpunkt setzte ich selbstverständlich auf unsere Einzelhilfen, mit denen wir immer dann unterstützen, wenn das Schicksal es einmal nicht so gut meint und Hilfe für Bundeswehrangehörige notwendig wird. Für genau diese Fälle werden auch die Spendengelder des Kapitänsdinners verwendet.
Besonders emotional, ja sogar mit Tränen bei den Gästen wurde es, als Hauptfeldwebel Sabrina Kürschner von ihrem Schicksalsschlag berichtete. Bei der Frühgeburt ihres Sohnes gab es Komplikationen, die dazu führten, dass er über längere Zeit reanimiert werden musste. Den Ärzten gelang es zwar, den Kleinen zurück ins Leben zu holen, jedoch konnten sie keine verbindliche Diagnose treffen, ob es zu einer bleibenden Hirnschädigung gekommen war. Damit nicht genug, wurde der Kinderwagen später auf einem Zebrastreifen angefahren und der Sohnemann leicht verletzt. Bei der folgenden Untersuchung wurde dann auch noch ein Herzfehler festgestellt. Es ist sicherlich nur schwer vorstellbar, was die kleine Familie in dieser Zeit durchmachen musste. Unsere Unterstützung für die vom Schicksal gezeichnete junge Familie bestand damals in einer zweiwöchigen Auszeit. Genau diese Auszeit sei im richtigen Moment gekommen, betonte Sabrina Kürschner und habe ihrer Familie sehr geholfen und wieder Kraft gegeben, um weiter durchzuhalten.
Für die Gäste war die herzergreifende Schilderung nur auszuhalten, weil im Hintergrund Bilder eines glücklichen Jungen zu sehen waren und somit für alle Zuhörer ein Happy End von Anfang an zu erwarten war. Übrigens wird der Kleine dieses Jahr eingeschult. Nach dieser sehr nahegehenden Geschichte sahen sich alle Gäste bestätigt, dass ihre Spende zur Unterstützung der „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“ gut angelegt war.
Die darauffolgende Spendenübergabe machte mich fast sprachlos, konnte ich als Bereichsvorsitzender doch einen Betrag von stolzen 20.150 Euro von Vizeadmiral Jan Christian Kaack entgegennehmen. Darin enthalten ein sehr großzügiger Spendenscheck von 5.000 Euro, den ich bereits beim Sektempfang vom Eigentümer des Grand Hotels Heiligendamm, Paul Morzynski, erhalten hatte.
Sicherlich auch motiviert durch den berührenden Auftritt von Sabrina Kürschner, erhöhte sich die Spendensumme dann noch einmal Schlag auf Schlag: 1.000 Euro von Ronny Haker von der Ostsee Gerüstbau GmbH aus Lubmin, 500 Euro vom Rotary Club Warnemünde, 500 Euro von Christian Schmoll von der Tamsen Maritim GmbH und auch Felix Eichhorn als Präsident der AIDA Cruises überreichte mir mit nett formulierten Worten eine Spende von 5.000 Euro. Morten Harderup aus Flensburg rundete zu guter Letzt den Spendenerlös auf einen Betrag von 30.000 Euro für unsere „Sorgenkinder“ auf.
Und dann waren da noch 20 Euro eines Hotelgastes, der seine Spende Hoteldirektor Fabian Engels einfach so in die Hand drückte. 30.020 Euro – ein großer Dank geht an alle Spendenden.
Dieser sicherlich teilweise sehr emotionale Abend hinterließ bei allen Gästen ein gutes Gefühl, denn mit dieser sagenhaften Spendensumme für die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“ kann wieder viel Gutes getan werden.
Ein tosender Applaus für die Spitzenköche, die Servicekräfte und natürlich die Musikerinnen und Musiker beendete das 10. Kapitänsdinner in Heiligendamm mit Vizeadmiral Jan Christian Kaack und seinen zahlreich erschienen Gästen. Alle waren sich einig, ein tolles Kapitänsdinner an einem großartigen Ort, der es wert ist, Tradition zu werden. Wir freuen uns auf das 11. Kapitänsdinner in 2027.
Text: Hermann Kaufhold



















































































