Mund-Nasen-Schutzmasken für den guten Zweck genäht

13. Oktober 2020 News Bereich Nord Bereich Ost Bereich Süd Bereich West Sonstige Gelegenheiten Berichte Spendenaktionen

Fleißige Näherin aus Kiel über ihre Beweggründe

Katja Röhling vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Kiel leitet seit vielen Jahren die örtliche Regionalstelle des Bundeswehr-Sozialwerks. Seit Beginn der Corona-Pandemie näht sie Mund-Nasen-Schutzmasken in verschiedenen Designs und verkauft sie anschließend für den guten Zweck. Den Erlös ihrer Aktion spendet sie der „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“. Nun hat das Bundeswehr-Sozialwerk sie nach ihren Beweggründen gefragt.

„Im Frühjahr dieses Jahres habe ich am eigenen Leib erfahren, wie schnell man ein Sorgenkind werden kann. Für mich völlig unerwartet, bin ich in eine schwere Depression geraten. Arbeiten war von einem auf den anderen Tag nicht mehr möglich. Ich bin sprichwörtlich in ein schwarzes Loch gefallen. Meine Tage hatten keinen Anfang und kein Ende mehr. Wie sollte ich meine Tage gestalten, wieder Struktur und Sinn gewinnen? Die Frage, wie soll es bloß weitergehen, war übermächtig. Da hat mich eine gute Freundin gefragt, ob ich für sie Behelfsmasken nähen könnte. Sie wusste, dass ich gerne nähe. Ich habe nicht gezögert und angefangen, Mund-Nasen-Schutz zu nähen, da dachte noch niemand an eine Maskenpflicht. Die Masken waren genäht und der Lichtstreif am Horizont verglüht. Aufgrund von Covid-19 stand doch alles still, auch meine Behandlung. Im Dunkel zu versinken, war für mich keine Option. So kam das Bundeswehr-Sozialwerk mit seiner „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“ ins Spiel.“

„Ich habe gedacht, was ich für meine Freunde tun kann und was meinen Alltag strukturiert, kann ich doch auch für den guten Zweck tun. Nach ein paar E-Mails mit der Bundesgeschäftsführung habe ich dann diese groß angelegte Aktion gestartet. Pro Maske nehme ich 6,00 € ein und gebe diese zu 100 Prozent an die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“ weiter. Ich habe mich entschieden, den vollen Betrag zu spenden. Dies soll mein Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise sein, denn das Nähen war und ist neben meiner Familie mein Anker in dieser schweren Zeit. Außerdem habe ich viel Zeit mit meiner Tochter verbracht, die das Projekt tatkräftig durch viele Gänge zur Post unterstützt. Mit jeder Maske komme ich meiner Genesung näher.“

„Ich habe bis jetzt mehr als 1.000 Masken genäht und großen Spaß daran. Meine Tage haben einen Sinn und der sehr liebevolle E-Mailverkehr mit den Bestellerinnen und Bestellern erhellt meine Tage. Zwar hat mich die Maskenpflicht überrascht, d.h. die große Nachfrage, aber alle Kundinnen und Kunden haben geduldig gewartet und häufig sogar nachbestellt. Der zweite Renner war das Vernähen von gespendetem Flecktarnstoff. Die Nachfrage nach diesen speziellen Masken war so groß, dass der Stoff leider nicht gereicht hat, um alle Bestellwünsche zu erfüllen. Daher gibt es zurzeit Camouflage aus dem zivilen Stoffangebot. Nach wie vor verschicke ich die „Snutenpullis“, wie wir Norddeutsche dazu sagen, innerhalb ganz Deutschlands, manche sogar nach Portugal, Afghanistan, England, die Niederlande oder Belgien. Ich freue mich auf weitere Bestellungen!“

Auch das Bundeswehr-Sozialwerk freut sich, dass diese äußerst erfolgreiche Aktion weitergeht. Wenn auch Sie Interesse an einer oder mehreren Masken haben, so finden Sie hier weitere Informationen.