Miteinander-Freizeit
Freizeit für Familien mit beeinträchtigten Kindern und Geschwistern
Ein Freizeitbericht von Ralph Plaßmann
Das Erholungsziel für elf Familien mit beeinträchtigen Kindern und deren gesunde Geschwister war 2026 das Haus Wiesenthal im schönen Oberwiesenthal. Hier startete am 18. Juli die einwöchige „Miteinander-Freizeit“ des Bereich West des Bundeswehr-Sozialwerks (BwSW).
Nach der Begrüßung durch das vierköpfige Betreuungsteam wurden die Zimmer bezogen. Erste Kennenlerngespräche untereinander fanden schon nachmittags statt und am Abend startete die Freizeit mit einer Begrüßungs- und Vorstellungsrunde sowie den Informationen zum geplanten Ferienprogramm. Das umfangreiche Abendbüfett rundete den ersten Abend ab.
Am Sonntag genossen die Familien das üppige Frühstücksbüfett, erkundeten den Ort mit kleinen Ausflügen oder bastelten Türschilder und Namensbuttons.
Da die „familienfreundliche Woche“ im Haus Wiesenthal unter Leitung der Familie Wendt gleichzeitig stattfand, hatten wir uns schon im Vorfeld über einige gemeinsame Aktivitäten abgestimmt.
Am Montag war uns das Wetter hold, denn der geplante Sommerrodel-Cup konnte nur bei trockenem Wetter stattfinden. Die Teilnehmenden hatten viel Spaß und nach zwei Stunden Wettbewerb standen die stolzen Sieger fest. Nachmittags gab es weitere Bastelangebote. Es wurden wunderschöne Jutebeutel gestaltet, der Kreativität dabei keine Grenzen gesetzt. Abends wurde es noch einmal spannend, denn nach der Siegerehrung startete der Bingo-Abend mit tollen Preisen.
Am Dienstag in der Früh ging es dann gestärkt nach einem ausgewogenen Frühstück und ausgestattet mit einem Lunchpaket auf die 6,6 km lange Wanderung zum Haltepunkt Vierenstraße. Dort wurde eine ausgiebige Pause gemacht und der Rückweg nach Oberwiesenthal durch die Fahrt in der Fichtelbergbahn verschönert.
Nachmittags gab es eine Elterngesprächsrunde mit Dr. Matthias Witt-Brummermann, die sehr gut besucht war. Der Dipl.-Psychologe ist seit Jahren fester Bestandteil der Miteinander-Freizeit. Neben Einzelgesprächen stand auch der Austausch mit anderen betroffenen Familien im Fokus. Das Betreuungsteam bespaßte in dieser Zeit die Kinder. Nach dem Abendessen startete der Kinoabend für die „Jugend“ und die Eltern vertieften die Themen des Nachmittags. Hier zeigt sich einmal wieder, wie wichtig diese Freizeit für die Familien ist. Ein Austausch unter Personen, die oft denselben Herausforderungen gestellt sind, hilft, sich nicht allein zu fühlen und ein „Miteinander“ zu spüren. Familie B. ist bereits das zweite Mal nach Oberwiesenthal zur Miteinander-Freizeit angereist. „Bei dieser Freizeit erleben wir, wie selbstverständlich unsere Kinder dazugehören und mit ihren Möglichkeiten gesehen werden. Für uns Eltern ist es jedes Mal beglückend, ihre Freude zu spüren und zugleich Gemeinschaft, Verständnis und Entlastung zu erfahren“, so Ursula B.
Am Mittwoch versammelten sich alle im Garten zum Gruppenfoto. Danach gab es das Angebot des Kerzenziehens in Heikes Kerzenstübl, das mit großer Freude angenommen wurde. Abends wurde das Tanzbein geschwungen. DJ Ralph holte mit seiner Disco und einigen Tanzaktionen vor allem die jungen Gäste auf die Tanzfläche. Hier gab es niemanden mehr mit Beeinträchtigungen, die Musik vereinte alle Hausgäste.
Der Donnerstag stand dann den Familien zur freien Verfügung und wurde für Ausflüge nach Annaberg-Buchholz und Karlsbad genutzt. Nach dem Abendessen startete der Bowlingwettbewerb. Nach einem spannenden Wettkampf standen die glücklichen Gewinner fest.
Am Freitagmorgen klarte es endlich auf, der Fichtelberg konnte mit der Seilbahn erobert und der herrliche Ausblick genossen werden. Zurück ging es dann zu Fuß, mit der Flyline, dem Bus oder wieder mit der Schwebebahn.
Nachmittags hatten alle die Gelegenheit, sich auf einer „Kremserfahrt“ (Kutsche mit Bänken) von Oberwiesenthal, das sich endlich von seiner sonnigen Seite zeigte, zu verabschieden. Anschließend gab es eine Feedbackrunde. Die einhellige Meinung der Teilnehmenden: Wir kommen 2027 wieder!
Abends konnten alle beim Karaoke und Musikquiz ihre Musikkenntnisse und Textsicherheit unter Beweis stellen. Danke noch einmal an die Familie Wendt für die tolle Zusammenarbeit. Die Miteinander-Freizeit zeigt einmal wieder, dass es für Familien mit beeinträchtigten Kindern wichtig ist, eigene Erfahrungen zu teilen und gemeinsam zu agieren.
Text: Ralph Plaßmann und BwSW



