Komm, wir geh‘n ins „Remter“
1.700 Gäste beim Denkmaltag in Mürwik
Der Tag begann mit einer Überraschung. Bereits während des Standaufbaus kam eine Kollegin aus der Bibliothek der Marineschule vorbei – mit einem Umschlag in der Hand. 240 Euro, Erlös aus ihrem laufenden Bücherflohmarkt, übergeben als Spende. Ein Auftakt, mit dem an diesem Sonntag niemand gerechnet hatte.


Zum Tag des offenen Denkmals am 13. September ermöglichte die Marineschule Mürwik auch im Jahr 2026 wieder Zugang zur Liegenschaft. In der Nähe der Erstinformation hatte auch das Bundeswehr-Sozialwerk (BwSW) seinen Informationsstand aufgebaut. Organisiert hatte ihn Carolyn Rose, Regionalstellenleiterin des BwSW in Flensburg – es war ihr erster Einsatz dieser Art im neuen Amt. Als Verstärkung mit vor Ort: Jan-Jasper Fast aus Hamburg.
Geplant war eigentlich, nicht allein zu sein – doch der Nachbarstand blieb diesmal leer. So war das Sozialwerk an diesem Tag zwar auf sich gestellt, aber dennoch auf dem Präsentierteller.
Gegen elf Uhr zog dann ein kräftiger Regenguss auf: Die ausgelegten Informationshefte überstanden die Nässe unbeschadet – dank ein paar orangefarbener Sportbeutel, die eigentlich für ganz andere Zwecke gedacht waren und an diesem Tag als Spritzschutz herhalten mussten. Ein kleiner Handgriff mit großer Wirkung.
Ab Mittag kam die Sonne raus. Wer die Marineschule zum ersten Mal sah, verstand sofort, warum sie „Rotes Schloss am Meer" genannt wird: der backsteinrote Bau, 1907 bis 1910 errichtet, thront auf einer Anhöhe über der Flensburger Förde und ist – ganz bewusst so geplant – von der Wasserseite aus in voller Höhe sichtbar. Drinnen führte der Rundgang unter anderem durch den Remter, den historischen Speisesaal der Marineschule, der einst den Burgen des Deutschritterordens nachempfunden wurde. Dort gab es an diesem Sonntag Erbsensuppe für die Gäste. An der Kasse konnte man sich dazu eine Flasche alkoholfreies Bier von Flensburger nehmen.
Beim Sozialwerk selbst sorgte derweil ein anderer kleiner Klassiker für den größten Zulauf. „Der Renner sind die Quietschentchen", sagte Carolyn Rose. „Die ziehen die Kinder an, und dann die Eltern." Doch nicht nur die Jüngsten ließen sich locken: Auch ältere Besucher blieben gerne stehen, mancher wohl mit einer Erinnerung an Ernie aus der Sesamstraße im Kopf – und spendeten dafür umso großzügiger.
Am Ende des Tages zählte die Marineschule 1.700 Besucherinnen und Besucher. Für Carolyn und Jan-Jasper war es ein gelungener Tag – und die Gewissheit, dass sich der nächste Einsatz in Mürwik lohnen wird. Das nächste Mal mit Paul-Verkauf.
Text: Dr. Jan-Jasper Fast





