Klimafreundlich ins Salzburger Land

29. November 2019 News Reiseberichte & Leserbriefe Bereich Nord

Krössenbacherhof mal ohne Auto

Um auf der Schiene vom Norden der Republik im Schlaf gen Süden zu gelangen, hat nur noch die österreichische Bahn ein passendes Angebot im Programm: Mit Tochter und Sohn nutzte ich diese Reiseform im Oktober 2019 für unseren Weg von Hamburg nach Bruck an der Großglocknerstraße. Mit dem PKW wäre die Fahrt bequem nur mit Zwischenübernachtung zu bewältigen gewesen, daher rechnete sich für uns die Anreise mit dem Nightjet der ÖBB. Die Tour dauerte zwölf Stunden. Vor Erreichen des vorletzten Umstiegs wurde sogar noch ein ordentliches Frühstück im Abteil serviert. Nach den Zugwechseln in Wörgl und Zell am See erreichten wir den Bahnhof Bruck und von dort den Krössenbacher Hof nach wenigen Schritten noch am Vormittag. Aber funktionierte dann eine Woche so ganz ohne Auto? Ja, das klappte sogar ganz hervorragend! In alle Richtungen verkehren Bus und Bahn, Zell am See ist zudem auf der Porscheallee auch gut zu Fuß zu erreichen. Ansonsten haben wir uns immer nur eine Attraktion pro Tag ausgesucht, egal ob Salzburg, Kitzlochklamm oder Krimmler Wasserfälle, länger als zwei Stunden Fahrt hat keine Anfahrt gedauert. Zudem sind die öffentlichen Verkehrsmittel bei unserem europäischen Nachbarn tatsächlich noch etwas schöner und komfortabler als bei uns; eine Besonderheit stellen die schnuckeligen Schmalspurbahnen dar. Sensationelles Nahziel ist der Zeller Hausberg Schmitten, dessen Panoramawanderweg ist - vom Berghotel Schmittenhöhe zum Sonnenkogel - mit zahlreichen Dreitausendern ringsum ein echtes Erlebnis. Auch wenn die Fremdenverkehrsprospekte bei lokalen Attraktionen die Namen der jeweiligen Haltestellen nicht oder nur spärlich ausweisen, erscheint mir diese entschleunigte Urlaubsform als besonders empfehlenswert. Abgerundet wurde unser Kurzurlaub durch die ausnehmend netten Menschen im Krössenbacherhof. Wir waren uns einig, dass wir wiederkommen werden.