Kinder schauen hinter die Kulissen

09. Oktober 2019 News Bundeswehr im Einsatz Bereich Süd

Kinderferienprogramm des Panzergrenadierbataillons 112 ein voller Erfolg

„Mein kleines Hasi, Du brauchst keine Angst haben, es wird alles gut“, sagt die kleine Emily. Das Kuscheltier hat eine schwere Verletzung am Unterarm. Im nächsten Moment klebt ein Pflaster drauf und es wird ein Druckverband angelegt. Die Kinder sind mit Eifer dabei und lauschen gebannt den Worten der Ausbilder vom Sanitätsunterstützungszug in Regen. Anschließend erklärt Ihnen eine Ausbilderin, wie man bei einem Notfall einen Notruf absetzt.

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt des 14-tägigen Kinderferienprogramms des Panzergrenadierbataillons 112 aus Regen, das sich 2019 zum siebten Mal jährte. Mit mittlerweile über 60 Ferientagen im Jahr wird es für Familien immer schwieriger und für Alleinerziehende fast unmöglich, diese Zeit ohne fremde Hilfe zu überbrücken. Deshalb bot das Bataillon auch in diesem Jahr dieses Ferienprogramm für die Angehörigen des Standorts Regen an. 35 Kinder nutzten die Gelegenheit, nicht nur den Arbeitsplatz von Mama oder Papa kennenzulernen, sondern auch interessante Ausflüge in die umliegende Gegend zu unternehmen.

Die erste Woche stand unter dem Motto „Wir schauen hinter die Kulissen“. Der erste Ausflug ging zum Kraftwerk Jochenstein an die Donau, wo im Haus am Strom erklärt wurde, wie Strom hergestellt wird. Dabei sahen die Kinder und ihre acht Betreuer unter Führung von Stabsfeldwebel Stephan Schwarzmeier auch, wie die Schiffe in der Schleuse transportiert werden. Von besonderem Interesse war die Grenze zu Österreich, die genau auf dem Staudamm verläuft. Am nächsten Tag ging es zum Recyclingzentrum nach Poschetsried mit detaillierter Führung. Großen Spaß hatten die Kinder beim Besuch des Waldwipfelpfads in St. Englmar. Mit großem Eifer wurden Fragen beim Waldlehrpfad über die Flora und Fauna der Heimat beantwortet. Anschließend ging es zum Pfad der optischen Phänomene. Hier staunten die Kinder über die verschiedenen Arten von optischen Täuschungen. Zum Ausklang des Tages ging es in den Kletterwald. Nach Einweisung in die Sicherungssysteme wurden die Bäume erklommen. In verschiedenen Schwierigkeitsstufen führten die Betreuer die Kinder über die Parcours. Ein gelungener Abschluss der Woche.

Die zweite Woche begann mit einem Ausflug zum Haus zur Wildnis im Nationalpark Bayerischer Wald. Waldführerin  Gabi Kreuzer erklärte den Kindern auf dem Weg dorthin die Entstehung des Parks. Nach einem Abstecher zu den Luchsen wanderte die Gruppe zu einem kleinen Pavillon im Wald. Im Umfeld suchten die Kinder geeignete Stöcke für ihre mitgebrachten Grillwürste. Diese wurden anschließend über offenem Feuer gegrillt. Nach dieser Stärkung bauten die Betreuer mit den Kindern einen Unterschlupf aus herumliegendem Holz. Nach verschiedenen Spielen ging es über das Wolfsgehege zurück, wo sie einen Wolf aus allernächster Nähe sahen. Alle waren wie gebannt von diesem Tier, das die Gruppe aus nächster Nähe betrachtete. Dieses Erlebnis sorgte noch lange für Gespräche unter den Kindern.

Am nächsten Tag stand Stand-Up-Paddling auf dem Programm. Hier tobten sich die Kinder aus und freuten sich über das schöne Wetter. Etwas ruhiger gestaltete sich  der nächste Tag mit einer Führung rund um die Burgruine Weißenstein. Mit vielen Geschichten um die Burg und deren Bewohner konnte Doris Gronkowski von der Offenen Museumswerkstatt die Kinder für sich gewinnen. Mit Interesse verfolgten sie die Erzählungen rund um den Pfahldrachen. Zum Abschluss konnten die Kinder bei Ritterspielen noch eine Kleinigkeit erringen. Als Geschenk hatte Gronkowski noch ein Säckchen mit Salzkristallen mitgebracht. Mit diesen Geschenken und Bastelmaterial von Gronkowski ging es zurück in das Offizierheim der Kaserne. Alle Teilnehmer am Kinderferienprogramm durften dort übernachten, aber dazu musste noch einiges vorbereitet werden. Schlafsäcke und Iso-Matten mussten ausgebreitet werden und das Kuscheltier an der richtigen Stelle platziert werden. Zusätzlich waren an diesem Abend die Eltern und die Unterstützer des Ferienprogramms zu einer gemeinsamen Grillfeier eingeladen. Ohne die Unterstützung des Fördervereins Brücke 112, über den das Programm läuft, und von verschiedenen  sozialen Einrichtungen könnte das Ferienprogramm nicht durchgeführt werden.

In seiner kurzen Rede dankte Stabsfeldwebel Schwarzmeier, Leiter des Kinderferienprogramms, dem Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 112, Oberstleutnant Germar Lacher, für die Genehmigung zur Durchführung. Gleichzeitig dankte er auch der Offizierheimgesellschaft für die Unterkunft und Bewirtung in deren Räumlichkeiten. Sein besonderer Dank ging an die Unteroffizierheimgesellschaft, die Soldaten- und Veteranenstiftung, das Bundeswehr-Sozialwerk und an die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldaten  für deren finanzielle Beteiligung am Kinderferienprogramm. Anschließend überreichte er noch Erinnerungsgeschenke an die Kinder, die im nächsten Jahr nicht mehr teilnehmen können. Anschließend startete der gemütlichen Teil des Abends und alle wurden mit Grillfleisch, Würstchen und selbstgemachten Salaten bewirtet.