Hilfe im Verborgenen
Wenn ein Dankeschön nicht veröffentlicht und medienwirksam bekannt werden soll
Unter der Rubrik „Geholfen“ finden sich regelmäßig Fallbeispiele, die die wertvolle Arbeit des Bundeswehr-Sozialwerks (BwSW) anschaulich illustrieren. Als Sozialarbeiterin im Sozialdienst der Bundeswehr in Fritzlar beantrage ich häufig für belastete Bundeswehrangehörige eine Auszeit und freue mich jedes Mal über einen positiven Bescheid. Manchmal bin ich ganz gerührt von der Dankbarkeit und Freude, die die Familien zum Ausdruck bringen. Wenig später sitze ich dann an meinem Schreibtisch, um einen kurzen Bericht zu verfassen und gerate bei manchen Fällen ins Stocken: Wie beschreibe ich den Leidensweg, einen Schicksalsschlag oder die große Not eines Soldaten, einer Familie? Und dann passiert es manchmal, dass ich entscheide: Dieser Fall sollte zum Schutz aller Beteiligten nicht veröffentlicht werden. Das können Todesfälle von Kindern sein, Gewaltdelikte oder andere schwerste Traumatisierungen. Wenn ich das dann entscheide, nehme ich Ihnen, liebe Mitglieder, aber eigentlich etwas weg: den Dank, die Freudentränen, die Erleichterung. Das alles darf dann nur ich erleben, wenn ich den Reisegutschein überreiche – obwohl es Ihre Spenden, Ihre Mitgliedsbeiträge sind, die solche Auszeiten möglich machen.
Daher möchte ich Ihnen heute an dieser Stelle danken und versichern, dass mir in diesen Momenten die große Gemeinschaft bewusst ist, die das alles erst ermöglicht. Auch dann, wenn die Hilfe mal im Verborgenen bleibt.
Text: Hannah Müller-Pein und BwSW
Diese bewegenden Worte erreichten das BwSW und wir sind der Meinung, dass dieser Dank der Mitarbeiterin des Sozialdiensts Fritzlar es verdient hat, veröffentlicht zu werden. Es kommt aus sehr nachvollziehbaren Gründen immer wieder vor, dass Menschen, denen geholfen werden konnte, keine Veröffentlichung wünschen. Umso schöner ist es, hierzu solch eine Rückmeldung des Sozialdienstes zu erhalten.