Assistenzhündin Vanessa
BwSW hilft mit Zuschuss und Reisegutschein
Stabsfeldwebel H. wurde bei mehreren Auslandseinsätzen der Bundeswehr psychisch schwer verwundet und leidet an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Die PTBS bestimmt seinen Alltag. Sein Körper und seine Seele befinden sich in dauerhafter Anspannung, aus Angst, jederzeit könne etwas passieren. H. scannt seine Umgebung permanent, hält sich dauernd den Rücken frei, da er keinen Menschen hinter sich ertragen kann. Auf Geräusche und äußerliche Einwirkungen, die ihn triggern, folgen Albträume, körperliche Schmerzen und Verspannungen. Er vermeidet jede Art von Menschenansammlungen sowie Einkaufspassagen, Fußgängerzonen, überhaupt öffentliche Plätze und Gebäude oder Märkte. Ein normaler Alltag findet für ihn nicht mehr statt und er ist auf die Alltagsbegleitung seiner Frau angewiesen, die ihn immer und überall unterstützt. Zur Entlastung und Rückkehr in den Alltag hat sich H. für die Assistenzhündin Vanessa entschieden. Sie wurde intensiv ausgebildet, um ihn aus Panikattacken herauszuholen, Albträume und Gedankenschleifen zu unterbrechen und ihn in stressigen Situationen zu beruhigen. Zudem holt sie ihn aus Flashbacks heraus und gibt ihm im Umgang mit fremden Menschen die nötige Sicherheit, indem sie Abstand durch Blocken herstellt. Durch ein bestimmtes Signal wird sie regelmäßig eine Flasche Wasser bringen, da H. das Trinken ständig vergisst. Die Ausbildung mit dem Ziel eines „staatlich zertifizierten Assistenzhundes“ ist komplex und kostet 35.500 Euro. Die Bundeswehr übernimmt die Kosten für die Ausbildung eines anerkannten Assistenzhundes bisher nicht und H. ist daher auf Spenden bzw. Zuwendungen angewiesen. Das Bundeswehr-Sozialwerk (BwSW) beteiligte sich finanziell an diesen Kosten und stellte darüber hinaus aufgrund der anerkannten Wehrdienstbeschädigung noch einen Reisegutschein für eine zweiwöchige Auszeit in einer BwSW-eigenen Ferienanlage aus.
Text: Susanne Köhler und BwSW