Acht Fragen an Bernd Krämer
Der Bundesvorsitzende des BwSW im Interview
Herr Krämer, seit Ihrer Wahl im Jahr 2022 zum Bundesvorsitzenden des Bundeswehr-Sozialwerks liegen vier ereignisreiche Jahre hinter Ihnen. Wenn Sie auf Ihre Amtszeit zurückblicken: Welche Momente haben Sie besonders geprägt?
Die vergangenen vier Jahre waren in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Besonders beeindruckt haben mich die zahlreichen Begegnungen mit unseren Mitgliedern und die vielen persönlichen Geschichten, die mir anvertraut wurden. Ob Familien in schwierigen Lebenssituationen, Soldatinnen und Soldaten nach belastenden Einsätzen oder ältere Mitglieder, die seit Jahrzehnten Teil unseres Sozialwerks sind – überall habe ich erlebt, wie stark unsere Solidargemeinschaft ist. Diese Begegnungen haben mir immer wieder vor Augen geführt, dass das Bundeswehr-Sozialwerk weit mehr ist als eine Organisation: Es ist eine Gemeinschaft von Menschen, die füreinander einstehen – fast wie eine große Familie.
Die Bundeswehr befindet sich seit einigen Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. Welche Bedeutung hat das Bundeswehr-Sozialwerk in dieser Zeit für die Menschen in und um die Bundeswehr?
Gerade in Zeiten des Wandels sind Verlässlichkeit und Zusammenhalt von besonderer Bedeutung. Das Bundeswehr-Sozialwerk bietet beides. Wir unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen, schaffen Begegnungsmöglichkeiten und stärken das Miteinander über Generationen hinweg.
Während sich Rahmenbedingungen ändern, bleibt unser Auftrag derselbe: Hilfe dort zu leisten, wo sie gebraucht wird, und Gemeinschaft dort zu fördern, wo sie Menschen Halt gibt. Diese Rolle ist heute vielleicht wichtiger denn je.
Auf welche Entwicklungen oder Projekte Ihrer Amtszeit blicken Sie mit besonderem Stolz zurück?
Besonders stolz bin ich darauf, dass wir unsere Unterstützungsangebote weiterentwickeln und gleichzeitig den persönlichen Charakter unseres Sozialwerks bewahren konnten. Wir haben viele Projekte angestoßen, bestehende Angebote gestärkt und unsere Sichtbarkeit erhöht. Vor allem aber ist es gelungen, die Bedeutung unseres sozialen Auftrags noch stärker ins Bewusstsein zu rücken.
Der größte Erfolg sind jedoch nicht einzelne Projekte, sondern das Engagement unserer Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden. Ohne ihren Einsatz wäre vieles nicht möglich gewesen.
Nach vier Jahren im Amt stellt sich die Frage nach der Zukunft. Welche Herausforderungen sehen Sie für das Bundeswehr-Sozialwerk in den kommenden Jahren?
Eine wichtige Aufgabe wird es sein, auch künftig Menschen aller Altersgruppen für unsere Gemeinschaft zu begeistern. Die Bedürfnisse verändern sich, und darauf müssen wir reagieren. Gleichzeitig dürfen wir unsere Werte nicht aus den Augen verlieren: Solidarität, Menschlichkeit und gegenseitige Unterstützung. Ich bin überzeugt, dass wir diese Herausforderungen erfolgreich meistern können, wenn wir weiterhin offen für neue Ideen bleiben und gleichzeitig unsere Stärken bewahren.
Sie haben in den vergangenen vier Jahren viele Angebote und Veranstaltungen des Bundeswehr-Sozialwerks erlebt. Wenn Sie unseren Mitgliedern eine persönliche Herzensempfehlung geben müssten – welche wäre das und warum?
Das ist tatsächlich eine schwierige Frage, weil jedes Angebot seinen eigenen besonderen Wert hat. Wenn ich mich dennoch entscheiden müsste, würde ich allen Mitgliedern empfehlen, mindestens einmal eine unserer Veranstaltungen oder Einrichtungen selbst zu erleben – sei es ein Urlaub in einer unserer Ferienanlagen, ein Adventsbasar, eine Spendenradtour oder eines unserer Konzerte zugunsten sozialer Projekte. Dort wird spürbar, was das Bundeswehr-Sozialwerk ausmacht: Begegnung, Gemeinschaft und Zusammenhalt. Man trifft Menschen unterschiedlichster Generationen und Lebenswege, die eines verbindet: Die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Genau diese Momente machen unsere Solidargemeinschaft lebendig und unvergesslich.
Unabhängig davon, ob Sie erneut kandidieren oder Ihr Amt in neue Hände legen – welches persönliche Fazit ziehen Sie aus Ihrer Amtszeit?
Es war für mich eine große Ehre und ein besonderes Privileg, diese Gemeinschaft vertreten zu dürfen. Ich habe in den vergangenen Jahren unzählige Menschen kennengelernt, die mit Herzblut für andere da sind. Das hat mich tief beeindruckt. Mein Fazit lautet deshalb: Das Bundeswehr-Sozialwerk lebt von den Menschen, die es tragen. Solange wir füreinander einstehen, werden wir auch künftig eine starke und verlässliche Solidargemeinschaft bleiben. Dafür bin ich allen Mitgliedern und Unterstützern von Herzen dankbar.
Das Bundeswehr-Sozialwerk vereint junge Soldaten, Familien, Reservisten sowie zivile Angehörige der Bundeswehr – unabhängig davon, ob sie sich im aktiven Dienst oder Ruhestand befinden. Welche Botschaft möchten Sie an diese unterschiedlichen Generationen richten?
Jede Generation und Statusgruppe bringt ihre eigenen Erfahrungen, Erwartungen und Stärken ein. Genau diese Vielfalt macht unser Sozialwerk aus. Den Jüngeren möchte ich sagen: Gestalten Sie aktiv mit und bringen Sie Ihre Ideen ein. Werden Sie zum Beispiel Teamer bei einer unserer Freizeiten. Den Älteren danke ich für ihre jahrzehntelange Treue und ihr Engagement. Gemeinsam bilden wir eine starke Gemeinschaft, in der Erfahrung und neue Perspektiven einander ergänzen. Unser Zusammenhalt endet nicht mit dem aktiven Dienst – er verbindet uns ein Leben lang.
Ein Appell an unsere militärischen Mitglieder sei mir an dieser Stelle gestattet: Werben Sie im Kreis Ihrer Kameradinnen und Kameraden für unser Bundeswehr-Sozialwerk. Im Vergleich zu unseren zivilen Mitgliedern könnte diese Statusgruppe durchaus stärker vertreten sein.
Das Bundeswehr-Sozialwerk steht vor allem für gelebte Solidarität. Können Sie ein Beispiel nennen, wie das Sozialwerk seine Mitglieder konkret unterstützt und warum diese Hilfe so wichtig ist?
Das Bundeswehr-Sozialwerk hilft dort, wo Menschen in schwierige Lebenssituationen geraten. Das können Familien nach einem Schicksalsschlag sein, erkrankte oder verwundete Kameradinnen und Kameraden, Hinterbliebene oder Menschen, die plötzlich vor finanziellen oder persönlichen Herausforderungen stehen. Dabei geht es nicht nur um materielle Unterstützung, sondern vor allem um das Signal: „Du bist nicht allein!“
Besonders bewegt mich immer wieder, wie selbstverständlich unsere Gemeinschaft zusammensteht, wenn Hilfe benötigt wird. Diese gelebte Solidarität ist das Herzstück unseres Sozialwerks und macht den Unterschied für viele Betroffene aus.
Das Interview führte: BwSW
