300 Euro und ein großer Knall
Spende aus Hammelburg für das Bundeswehr-Sozialwerk
Beim Familienfest der Truppenübungsplatzkommandantur Hammelburg am 26. Juli 2025 kam durch den Verkauf von Losen ein Erlös in Höhe von 300 Euro für den guten Zweck zusammen. Als besonderer Hauptgewinn wurde ein einmaliges Erlebnis verlost: Der Gewinner durfte einen Böllerschuss aus Europas einziger privater 155 mm Feldkanone M59 „Long Tom“ abfeuern (s. Info). Der spektakuläre Schuss sorgte nicht nur für große Begeisterung bei den Gästen, sondern auch für einen vollen Spendentopf.
Zusammen mit Kompaniefeldwebel Stabsfeldwebel Markus F.* übergab Hauptfeldwebel Daniel K.* den gesamten Erlös an die örtliche Regionalstellenleitung des Bundeswehr-Sozialwerks, vertreten durch Stabsfeldwebel Heiko Hertl und Hauptfeldwebel Jason Bourke.
Text: Heiko Hertl
*Namen zum Schutz der Personen abgekürzt.
Info
Nach Gründung der Bundeswehr 1955 wurden im Zuge der Werterstattungshilfe die Korps-Artilleriebataillone der Bundeswehr mit 55 Feldkanonen 155 mm M59 „Long Tom“ ausgestattet, und waren dort bis in die 1960er Jahre im Dienst. Thomas Krenzer aus dem bayerischen Weidenberg erwarb seinen „Long Tom“ 1995 als sogenannten „Eisenschrott“ und restaurierte ihn von Grund auf.
Nach der mühsamen Restauration folgte die Hürde der Genehmigung für das einst so gefährliche und angsteinflößende Geschütz, da der Privatbesitz von Kriegswaffen in Deutschland streng verboten ist. Das Bundeskriminalamt, Bundesverteidigungsministerium und das Beschussamt, vertreten durch einen Waffenprüfer aus Mellrichstadt, prüften und begutachteten die Kanone und erteilten „ihren Segen“ für die Nutzung als Böllergeschütz. Sie ist seither das einzige private schussfähige Artilleriegeschütz in Europa.
„Long Tom“ ist seitdem häufig auf Schützenfesten, Kirchweihen, Militärvorführungen und -festen zu sehen und vor allem zu hören. Auch bei Festlichkeiten und Aktionen der Bundeswehr und bei Fernsehreportagen war „Long Tom“ schon zu sehen.

