18. Hörsaaltreffen in Hemer
Gute Gespräche und viele Anekdoten aus über dreißigjähriger Dienstzeit
Zu ihrem traditionellen Hörsaaltreffen trafen sich vom 19. bis 21. Juni 2025 sechs ehemalige Angehörige des 18. Fähnrichlehrgangs von 1964 mit ihren Ehefrauen und Lebenspartnerinnen im sauerländischen Hemer.
Die sechs Offizieranwärter durchliefen vom 2. April bis zum 18. September 1964 an der damaligen Kampftruppenschule II in Munster, I. Inspektion, Lehrgruppe B, Hörsaal 2 Panzergrenadiere ihre anfängliche militärische und fachliche Ausbildung zum Offizier. Danach trennten sich ihre Wege für die weitere Ausbildung zum Offizier, die am 1. April 1965 mit der Beförderung zum Leutnant endete.
Unterschiedliche Erstverwendungen in Panzergrenadierbataillonen im gesamten Bundesgebiet hatten zur Folge, dass nur noch wenige Kontakte zueinander bestanden. Es dauerte Jahre, bis sich nach intensiven Ermittlungen und Nachforschungen die Teilnehmer des 18. Fähnrichlehrgangs wiederfanden. Und so begann 1998 mit dem 1. Hörsaaltreffen in Hammelburg die bis heute anhaltende Tradition mit Ehefrauen und Lebenspartnerinnen.
Zum diesjährigen 18. Hörsaaltreffen hatte einer der damaligen Offizieranwärter, Oberstleutnant a.D. Peter Gersch, in die ehemalige Garnisonsstadt Hemer eingeladen. Die Teilnehmer des Treffens staunten, wie aus der Panzer-/Blücherkaserne der jetzige Sauerlandpark Hemer entstanden ist. Wo früher Soldaten im Gleichschritt marschierten, tummeln sich nun Familien mit Kindern in der großzügig angelegten Gartenanlage.
Oberfeldwebel d.R. Dieter Lahrmann führte die neunköpfige Besuchergruppe in ein erhalten gebliebenes Kompaniegebäude, in dem ehemalige Soldaten der Panzerbrigade 20 liebevoll die umfangreiche Geschichte aller früheren in der Kaserne dienenden Einheiten und Verbände zusammengetragen haben. Diese Ausstellung in mehreren Räumen wird ehrenamtlich betreut und ist für Besucherinnen und Besucher zugänglich.
Eine weitere Ausstellung in dem Gebäude war der Kriegszeit von 1939 bis 1945 gewidmet. Die Kaserne war noch nicht fertiggestellt, da wurden schon die ersten Kriegsgefangenen untergebracht. Das Kasernengelände erhielt den Namen STALAG VIA (Stammlager VIA). Tausende von Gefangenen mussten in Räumen hausen, dursten, hungern und starben schließlich an Unterernährung, Ermattung und Krankheit.
Am Abend folgte das traditionelle gemeinsame Essen mit guten Gesprächen und vielen Anekdoten aus über dreißigjähriger Dienstzeit. Dabei wurde der Kameraden, Ehefrauen und Lebenspartnerinnen gedacht, die krankheitsbedingt nicht mehr an den Treffen teilnehmen können oder schon verstorben sind.
Der Gastgeber des Treffens hatte auf ein Dankeschön-Geschenk verzichtet und stattdessen um eine Spende für das Bundeswehr-Sozialwerk gebeten. Stolze 300 Euro kamen zusammen, die an die gemeinnützige Einrichtung überwiesen wurden.
Text: Peter Gersch & BwSW