1.200 Kilometer von den Alpen nach Köln
Ob Strecke, Länge oder Hitze – 10. Spendenradtour der Flugbereitschaft BMVg setzt neue Rekorde
Ungefähr 1.200 Kilometer Länge, nahezu 10.000 Höhenmeter, 10 Tage durch Süd- und Westdeutschland und das Ganze bei hochsommerlichen Temperaturen. Jetzt dürfen erstmal die Beine geschont werden, während zeitgleich die einzelnen Spenden ausgezählt werden. Schon jetzt kann verraten werden, dass mindestens 16.500 Euro für die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des Bundeswehr-Sozialwerks (BwSW)“ gesammelt wurden.
„Diese Tour war körperlich sehr fordernd“, sagt Stabsfeldwebel Andreas, Leiter des Fahrerfeldes auf der Tour. „Teilweise haben wir auf den langen Etappen bis zu elf Liter Wasser am Tag getrunken.“ Die Zahl drückt aus, welch Anforderungen an die Fahrer gestellt wurden. Bei der ersten Spendenradtour im Süden Deutschlands seit mehreren Jahren trugen allein die Höhenmeter zur Herausforderung bei. Die hohen Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius wirkten sich zusätzlich auf die Fahrer aus. „Bei Etappenlängen von bis zu 200 Kilometern gehen wir an die Grenze“, fasst Andreas zusammen. „Ohne unser großartiges Unterstützungsteam könnten wir eine derartige Leistung niemals abrufen.“
Dieser Aufwand hat sich gelohnt: ein erster Zwischenstand ergab über 16.500 Euro als Spendensumme, Tendenz der Auszählung: steigend. Großen Anteil daran hat das IT-Bataillon 281 in Gerolstein. 6.500 Euro kamen alleine hier zusammen. So viel hat in der zehnjährigen Geschichte der Spendenradtour noch kein Standort gesammelt.





Überhaupt kam es zu vielen herausragenden Momenten auf dieser Jubiläumstour. Zur Halbzeit waren die Fahrer bereits von Berchtesgaden über München, Manching, Ingolstadt, Neuburg an der Donau und Stuttgart bis nach Germersheim gefahren.
Von dort aus ging es ins Saarland nach Saarlouis, wo die Schirmherrin der „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“, Annegret Kramp-Karrenbauer, das Fahrerfeld empfing. Sie fand nur lobende Worte für die Organisation und für die sportlichen Höchstleistungen des Fahrerfeldes und war beeindruckt, welch Strapazen das Team bis dahin überstanden hat.








Das Saarland wurde in kurzer Zeit immer mehr zum Bundesland der Begegnungen. Ein Treffen mit dem Oberbürgermeister von Saarlouis, Marc Speicher, stand ebenso auf dem Programm wie der Austausch von Bundeswehr und Zivilgesellschaft. So lud der Verein KOMMKultur zum Spendencafé. Unweit von Saarlouis im saarländischen Dillingen spendete das Radsporthaus Boos in Gegenwart vom Bürgermeister der Stadt, Christian Finkler, ebenso an die Fahrer und somit an die „Sorgenkinder“. So kamen die Fahrer auch im kleinen Saarland auf einige Kilometer im Sattel und konnten den Zweck der Aktion, die Unterstützung von in Not geratenen Bundeswehrangehörigen in die breite Öffentlichkeit tragen. Dieses Tagesprogramm ist der City-Managerin der Europastadt Saarlouis, Kirsten Cortez de Lobao, zu verdanken. Sie hat diesen Tag innerhalb kürzester Zeit ausgearbeitet.
Auf dem weiteren Weg nach Köln-Wahn zur Heimat der Flugbereitschaft des Bundesverteidigungsministeriums folgten noch die Standorte der Artillerieschule in Idar-Oberstein und das bereits genannte IT-Bataillon in Gerolstein.
Zurück in Köln erwartete die Fahrer ein schon fast traditioneller, aber gebührender Empfang. Mit Spalier und Wasserfontaine der Bundeswehr-Feuerwehr hieß der Standort seine Fahrer und die Unterstützenden der Tour wieder herzlich willkommen.
„Das war ein Erlebnis“, sagt Oberstabsfeldwebel Hans Holzmann, der als Organisator für die Einfahrt erstmals selbst auf dem Fahrrad saß. „Ich bin dankbar, dass wir diese Tour Jahr für Jahr umsetzen können und ich bin vor allem sehr dankbar für die Unterstützung bei unserer Flugbereitschaft.“
Auch den angefahrenen Standorten auf der Jubiläumstour ist Oberstabsfeldwebel Holzmann dankbar. „Die Spendensummen kommen durch das Engagement vor Ort zusammen. Das ist gelebte Kameradschaft und ein Werk aller Beteiligten vom Einzelspender an den Standorten über das Unterstützungsteam auf der Tour und vor Ort an den Dienststellen bis hin zu unseren Fahrern.“
Diese Tour der Superlative hat nun ein Ende gefunden. Am 27. Juli 2026 wird die Gesamtspende in Köln-Wahn an das Bundeswehr-Sozialwerk übergeben. Wir dürfen gespannt sein, wie hoch die Summe bis dahin noch steigen wird.
Text: Hauke Meier












