Ehre wem Ehre gebührt

Paul Jaeschke ist neues Ehrenmitglied
Am 20. Mai 1960 kamen unter der Leitung des damaligen Verteidigungsministers Dr. Franz-Josef Strauß 21 Bundeswehrangehörige zusammen, um ein Sozialwerk für die Bundeswehr zu gründen. Die Anwesenden trugen sich damals in die Anwesenheitsliste ein und erklärten damit gleichzeitig ihre Mitgliedschaft im Bundeswehr-Sozialwerk. Im Gründungsprotokoll findet sich mit der Nr. 21 der „Verwaltungsangestellte Jaeschke“.
Regierungsamtsrat a.D. Paul Jaeschke ist nicht nur das einzige noch lebende Gründungsmitglied, er ist gerade derjenige, der die Idee eines „Sozialwerks der Streitkräfte“ bereits kurz nach der Gründung der Bundeswehr in sich trug und konsequent weiter verfolgte. Wegen seiner Erfahrungen aus seiner Tätigkeit im Katholischen Arbeiterverein wurde er bereits im Jahr 1955 aus dem Amt Blank, der Vorgängerinstitution des Bundesministeriums der Verteidigung, angesprochen und gebeten seine Ideen für eine Sozialabteilung schriftlich zu verfassen. Mit immerhin 800 Mark wurde seine Arbeit anschließend honoriert.
Später erinnerte man sich an ihn und stellte ihn zum 01.07.1956 im Bundesministerium der Verteidigung, damals noch in der Bonner Ermekeilkaserne, ein. Dort nahm er im Bereich Soziales, als Mitarbeiter des Fürsorgereferenten RDir Dr. Werner Lasch, seine Tätigkeit auf. Er nutzte die vielfältigen Möglichkeiten seiner Funktion, um Häuser der ehemaligen Wehrmacht, die sich aus seiner Sicht und teilweise persönlichen Betrachtung für Erholungszwecke eigneten, zum Grundstock des späteren Bundeswehr-Sozialwerks zu machen. So kam das BwSW in unseren Anfangsjahren zum Haus Norderoog auf Norderney, zum Haus Seeburg in Grömitz oder auch zum „Mon Repos“ in Davos.
All dies war ausschlaggebend für den Beschluss der 17. Bundesversammlung im Oktober 2010, Herrn Paul Jaeschke zum Ehrenmitglied des Bundeswehr-Sozialwerks zu ernennen. Ausgehändigt wurde die Ehrenurkunde von der Bundesgeschäftsführerin Veronika Dahl und ihrem Vertreter Norbert Bahl in der Bonner Wohnung von Herrn Jaeschke.
Der 91-jährige hatte bereits eine Flasche Weißwein für die Besucher geöffnet und bereitete seinen Gästen einen herzlichen Empfang. Auf die Frage der Bundesgeschäftsführerin „Wie geht es Ihnen?“ kam dann die Antwort, „Ich lebe ruhig und zufrieden. Alles liegt in Gottes Hand.“ In dem gemeinsamen Gespräch wurden viele nette Anekdoten rund um das Bundeswehr-Sozialwerk erzählt. Unter anderem erklärte sich Paul Jaeschke bereit, für das anstehende 50-Jährige Jubiläum des Haus Norderoog seine Erinnerungen zu Papier zu bringen. Die Einladung zur Jubiläumsfeier selbst musste er wegen der langen Anreise leider ausschlagen.
„Ich freue mich, als neue Bundesgeschäftsführerin noch mit einem Gründungsmitglied des Sozialwerks sprechen zu können“, dankte Frau Dahl zum Abschluss des Gesprächs.
N. B. 21.04.2011
