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Die Funktion der Beauftragten Angelegenheiten für Hinterbliebene ist 2010 eingerichtet worden. Seit Juni 2015 nimmt Susanne Bruns dieses Amt wahr.
Bild: Juliane Behring

Mittlerin zwischen Bundeswehr und Hinterbliebenen

Wenn Bundeswehrangehörige im Dienst oder in Folge des Dienstes ums Leben kommen, ist die Unterstützung der Hinterbliebenen Teil der Fürsorge.
Bild: Bundeswehr/Torsten Kraatz

Susanne Bruns und ihr Team unterstützen Bundeswehrfamilien

 

Ministerialrätin Susanne Bruns ist die Beauftragte Angelegenheiten für Hinterbliebene. Hinter dieser Aufgabenbezeichnung steht ein starkes Team, das eine wichtige und oft sehr emotionale Aufgabe hat: Den Kontakt zwischen Bundeswehr und Hinterbliebenen aufrecht zu halten, Ansprechpartner und Vermittler sein.

 

„Hinterbliebene sind die Familien verstorbener Bundeswehrangehöriger“, sagt Bruns. Die Todesfälle haben sich im Dienst oder in Folge der Ausübung des Dienstes ereignet – darunter fallen Unglücke, Krankheiten und Unfälle im Einsatz, bei Übungen oder  auch in der Heimatdienststelle. Bruns stellt klar, dass sich am häufigsten die Familien von im Einsatz Verstorbenen an sie und ihre Mitarbeiter wenden. „Diese Familien sind ein ganz klarer Schwerpunkt unserer Arbeit“, so Bruns.

 

Bestandteil des Fürsorgekonzeptes der Bundeswehr

 

Das Angebot der Beauftragten Angelegenheiten für Hinterbliebene fügt sich in das breite Fürsorgekonzept der Bundeswehr ein. „Am Anfang der Fürsorge stehen meist die Ansprechpartner vor Ort wie die Einheit der Betroffenen, der Sozialdienst der Bundeswehr und die Militärseelsorge“, erklärt Bruns. Gerade unmittelbar nach dem Todesfall stehen ganz bestimmte Themen im Fokus der Angehörigen.

Ministerialrätin Susanne Bruns hält als Beauftragte Angelegenheiten für Hinterbliebene den Kontakt zwischen Bundeswehr und den Familien verstorbener Bundeswehrangehöriger.
Bild: Bundeswehr/Jane Hannemann

 

„Unsere Aufgabe beginnt zeitlich erst später“, so Bruns. Sie koordiniert häufig den Unterstützungsbedarf der Hinterbliebenen und vermittelt Ansprechpartner. „Bei Fragen der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen vermitteln wir an den Sozialdienst, damit beispielsweise mögliche Rentenansprüche geklärt werden können“, sagt sie. Häufig verweisen Bruns und ihre Mitarbeiter an mildtätige Organisationen und stoßen so Unterstützungsleistungen des Netzwerks der Hilfe an.

 


„Unser zweiter Aufgabenschwerpunkt neben der Koordinierungsfunktion liegt in der Betreuung und Fürsorge“, erklärt Bruns. Hinterbliebene - gerade von im Auslandseinsatz ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen - suchen oft den Austausch mit anderen Familien. Bruns und ihr Team halten oft jahrelang Kontakt mit den Hinterbliebenen und regen zum Beispiel dazu an, an Hinterbliebenenwochenenden der Militärseelsorge teilzunehmen. Diese finden mehrfach im Jahr statt.

Im Wald der Erinnerung ist Gedenken auf ganz individuelle Weise möglich: Die Ehrenhaine aus den Einsätzen wurden rekonstruiert, die Namen der im Einsatz Verstorbenen befinden sich auf Stelen und können ebenfalls an Bäumen mit individuellen Gedenkschildern angebracht werden.
Bild: Bundeswehr/Marc Tessensohn

 

Informationen zugänglich machen als Beitrag zum Gedenken an Verstorbene

 

Auch die Informationsermittlung und –weitergabe gehört zu den Aufgaben der Beauftragten Angelegenheiten für Hinterbliebene. „Die Familien wenden sich nicht selten mit großem zeitlichen Abstand an uns und haben Fragen zu den Hintergründen des Todes ihres Angehörigen“, sagt Bruns. Sie und ihre Mitarbeiter recherchieren dann diese Informationen bei anderen Bundeswehreinrichtungen. Dabei ist die Ministerialrätin jedes Mal dankbar für die großartige Hilfsbereitschaft der Kameraden, die mit Gesprächsangeboten, Informationen und Erinnerungen dazu beitragen, die Kameradschaft auch über den Tod hinaus zu pflegen. Bruns erkennt das Bedürfnis der Angehörigen und der Kameraden, sich nicht aus den Augen zu verlieren und Erinnerungen aufrecht zu erhalten. „Diese Verbundenheit bewegt mich sehr“, so die Diplom-Psychologin.


Je nach Einsatzland und der dortigen Sicherheitslage kann sie den Hinterbliebenen anbieten, den jeweiligen Ort, an dem der Verstorbene seinen Dienst verrichtet hat, zu besuchen. „Die Familien können sich dann ein Bild von den Gegebenheiten und Bedingungen machen, suchen den Kontakt zu anderen Soldaten und erfahren, wie der Dienstbetrieb abläuft“, erklärt Bruns.

Gedenken ist für Familie und Kameraden sehr wichtig. Im Wald der Erinnerung bei Potsdam befindet sich ein Gedenkort für Bundeswehrangehörige, die im Dienst ihr Leben verloren haben.
Bild: Bundeswehr/Falk Bärwald

 

Auch im Inland können sich die Hinterbliebenen die Kasernen und Standorte ansehen, an denen ihr Familienmitglied eingesetzt war. „Viele Hinterbliebene fühlen sich dem Ort, an dem ihr Angehöriger verstorben ist, besonders nahe“, so Bruns.

 

Am Volkstrauertag lädt das Verteidigungsministerium Hinterbliebene ein, gemeinsam im Wald der Erinnerung und am Ehrenmal der Bundeswehr der verstobenen Bundeswehrangehörigen zu gedenken. Der Wald der Erinnerung bei Potsdam ist der Gedenkort für die Bundeswehrangehörigen, die im Einsatz und im regulären Dienst ihr Leben verloren haben. Er ergänzt das Ehrenmal der Bundeswehr am Verteidigungsministerium in Berlin. Über 120 Angehörige, Freunde und Kameraden nehmen regelmäßig dieses Angebot an. „Für die Hinterbliebenen ist der Volkstrauertag ein wichtiger Termin, den viele mehrfach wahrnehmen, um sich auszutauschen. Die Beteiligung der Verteidigungsministerin zeigt ganz deutlich, dass die Bundeswehr ihre Angehörigen nicht vergessen hat“, so Bruns.

 

 

Das Team der Beauftragten Angelegenheiten für Hinterbliebenen leistet wertvolle Arbeit für Bundeswehrfamilien und Kameraden, die einen Verlust erfahren mussten.
Bild: Bundeswehr/Jane Hannemann

Emotionale Aufgabe

 

Bruns hat ein kleines, aber engagiertes Team aus vier Mitarbeitern, das zeitweise von Reservisten verstärkt wird. Neben einer Juristin und einem Soldaten sind auch zwei zivile Bundeswehrangehörige Bestandteil des Teams. „Die Mitarbeiter können sehr gut zuhören und mit Menschen umgehen, die sich in einer besonders emotionalen Situation befinden. Wir sprechen im Team viel über unsere Fälle und überlegen gemeinsam, wie wir den Hinterbliebenen weiterhelfen können“, beschreibt Bruns ihre Arbeit. „Es tut uns allen gut, wenn wir dazu beitragen können, dass es jemandem dank unserer Informationen wieder psychisch besser geht“, ergänzt sie. Die Hinterbliebenen sind sehr dankbar für die Informationen, Kontakte oder vermittelten Betreuungsmaßnahmen – „das sind sehr befriedigende Momente“, so Bruns.

28.11.2017

Susanne Bruns ist Diplom-Psychologin. Sie arbeitet seit 1992 für die Bundeswehr und hat ihre jetzige Aufgabe 2015 übernommen. Zuvor war sie unter anderem als Fachgebietsleiterin des Psychologischen Dienstes im Kreiswehrersatzamt Oldenburg, als Truppenpsychologin der Luftlandebrigade 31 und zuletzt als Dezernatsleiterin des Psychologischen Dienstes im Karrierecenter der Bundeswehr in Wilhelmshaven tätig.
Bruns ist seit 1995 Mitglied im Bundeswehr-Sozialwerk, sie wurde auf einer Tagung auf den Verein aufmerksam. Als die beiden Kinder noch klein waren, nutzte ihre Familie besonders gern die Familienfreundlichen Angebote, da die Kinder schnell Spielkameraden fanden. Heute  genießt die Familie ihre Aufenthalte besonders in den Hotels und Häusern in den Bergen, da alle gerne wandern.

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