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Betreuung und Fürsorge

Oberst i. G. André Abed leitet das Referat im BMVg, das Fürsorge und Betreuung in der Bundeswehr verantwortet. Er sieht das Bundeswehr-Sozialwerk als einen wichtigen Bestandteil des Gesamtkonzepts.
Bild: Juliane Behring

Das Bundeswehr-Sozialwerk als Bestandteil eines umfangreichen Konzeptes

Wissen Sie, was Fürsorge als Verpflichtung der Bundeswehr bedeutet? Und welche Betreuungsangebote es für Bundeswehrangehörige und deren Familien gibt? Wer ist eigentlich Empfänger von Fürsorgeleistungen des Dienstherrn?

Fürsorgepflicht des Dienstherrn

Fürsorge ist die Verpflichtung des Dienstherrn, für das Wohl der Bundeswehrangehörigen zu sorgen, definiert die Teilkonzeption „Betreuung und Fürsorge in der Bundeswehr“, die der Generalinspekteur erlassen hat. Um die besonderen Anforderungen des Dienstes zu berücksichtigen, hat sich die Bundeswehr verpflichtet, während und nach der Dienstzeit besondere Leistungen für Bundeswehrangehörige zu erbringen. „Dazu gehören allgemeine, sozialdienstliche, sanitätsdienstliche und psychologische Aspekte“, so Oberst i.G André Abend, Leiter des Referates FüSK III 2 im Bundesministerium der Verteidigung, das sich mit Fürsorge und Betreuung befasst.

Fürsorge ist eine Verantwortung aller Vorgesetzten, sagt Abed. Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter kennen, entwickeln schnell ein Gespür, wenn jemand Unterstützung benötigt. Mitarbeitergespräche (wie hier abgebildet) findet er sehr wichtig.
Bild: Juliane Behring

Adressaten der Betreuung und Fürsorge sind demnach aktive und ehemalige Bundeswehrangehörige, deren Familien und Angehörige sowie Hinterbliebene. Der Dienst in der Bundeswehr ist ein ganz besonderer, insbesondere der militärische Dienst. Er bringt Belastungen mit sich, die es in anderen Berufen nicht so ohne weiteres zu finden gibt. Von den Fürsorge- und Betreuungsangeboten profitieren die Empfänger und auch der Dienstherr, stellt Abed heraus. Funktioniert Fürsorge gut, „erhalten wir die personelle Einsatzbereitschaft im Betrieb Inland und Ausland sowie im Einsatz, gleichen wir die Belastungen des Dienstes aus, verbessern wir den eingeschlagenen Weg der Vereinbarung von Familie und Dienst bzw. Beruf und steigern wir die Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr, motivieren und steigern die Berufszufriedenheit“, so Abed. Dafür lohne es sich gewiss, sich gehörig anzustrengen, fügt er hinzu.

Fürsorgepflicht mit Leben erfüllen

Die Bundeswehr stellt Möglichkeiten für Betreuung und Fürsorge bereit, die im täglichen Dienst mit Leben gefüllt werden müssen. An dieser Stelle kommen die Vorgesetzten auf allen Ebenen ins Spiel. „Vorgesetzte müssen ihre Untergebenen, ihre Mitarbeiter kennen. Sie können sie einschätzen und erkennen, wenn diese eine Belastung ′mit sich herumtragen′“, so Abed. Sich dann um Hilfe und Unterstützung zu kümmern, auf die besonderen Umstände der Untergebenen und Mitarbeiter einzugehen und für Abhilfe zu sorgen, das ist ein typisches Merkmal für Fürsorge.


In der Bundeswehr üben diverse Organe und Institutionen Fürsorge aus, beispielsweise im Psychosozialen Netzwerk mit der Militärseelsorge, dem Sozialdienst der Bundeswehr, dem Psychologischen Dienst der Bundeswehr und dem Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr. Auch das Netzwerk der Hilfe, die Lotsen für Einsatzgeschädigte, die Wohnungsfürsorge, die Familienbetreuungsorganisation, die Vertrauenspersonen oder Personalräte leisten einen enormen Anteil an Betreuung und Fürsorge. „Auch die Existenz eines Bundeswehr-Sozialwerks oder eines Soldatenhilfswerks ist ein Ergebnis der Fürsorgebemühungen der Bundeswehr“, erklärt Abed.

Betreuung und Fürsorge im Verlauf der Dienstzeit erleben

„Ich will es noch praktisch erlebbarer machen. Die Möglichkeit, unentgeltliche truppenärztliche Versorgung in Anspruch zu nehmen, im Dienst Sport zu betreiben oder am Betrieblichen Gesundheitsmanagement teilzunehmen, eine Betreuungseinrichtung in der Kaserne oder im Feldlager aufsuchen zu dürfen, eine Unterkunft zu erhalten oder Reisebeihilfen für Familienheimfahrten, das Kümmern um Familienangehörige und Hinterbliebene, wenn es zu einem Zwischenfall mit Tod, Verwundung oder Verletzung, aber auch Erkrankung gekommen ist. Auch gute. Ausbildung, die Bereitstellung guter Ausrüstung oder geschützter Fahrzeuge im Einsatz ist ein Aspekt der Fürsorge“, nennt Abed als Beispiele für Fürsorge und Betreuung. Auch die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle tragen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf/Dienst bei und sind damit ein Aspekt von Fürsorge. Telearbeit, Teilzeitarbeit, selbst die Einführung der Soldatenarbeitszeitverordnung haben für ihn einen klaren Fürsorgehintergrund.

Um darzustellen, dass Betreuung und Fürsorge an allen Zeitpunkten eines Dienstlebens stattfinden, beschreibt Abed im Schnelldurchgang den Verlauf des Werdegangs einer fiktiven Soldatin: „Sie wird in der Feldwebellaufbahn eingestellt und erhält während der Dienstzeit eine berufliche Ausbildung bis zur Meisterebene.
Sie liebt Sport. Zweimal die Woche kann sie während des Dienstes Sport betreiben. Abends geht sie gerne in den Fitness-Raum in der Sporthalle, zieht ein paar Bahnen in der Schwimmhalle des Standortes oder trifft sich mit Kameraden zum Gespräch in der Heimgesellschaft.
Als sie mal private Probleme hat, wendet sie sich vertrauensvoll an ihren Spieß und ihren Chef. Beide zeigen Verständnis, kommen ihr entgegen und vermitteln sie an den Sozialdienst der Bundeswehr. Ihrem Problem wird Abhilfe geschaffen.
Eine plötzlich auftretende Krankheit wird im Bundeswehr-Krankenhaus geheilt. Sie kann vollständig genesen.
Im Einsatz ist sie glücklich, dass man sich die. Familienbetreuungsorganisation mit um ihre Familie kümmert. Dass sie kostenfrei Telefon und Internet nutzen kann, um mit ihrer Familie kommunizieren zu können, findet sie toll. Wichtig ist es ihr, sonntags die Messe der Militärseelsorge zu besuchen. Schön ist auch das kurze Kaffeetrinken danach in der Oase.
Aus dem Einsatz kehrt sie dennoch irgendwie verändert zurück. Der Lotse ihres Verbandes nimmt sich ihr an und hilft ihr, wieder vollständig in geregelte Bahnen zurück zu finden. Der anschließende Urlaub führt sie in ein Haus des Bundeswehr-Sozialwerks.
Ihre Traumverwendung ist leider mit einer Versetzung verbunden. Mit Hilfe der Wohnungsfürsorge findet ihre Familie schnell eine Wohnung am neuen Standort. Für die Kinder findet sie einen Betreuungsplatz.
Zum Ende ihrer Dienstzeit kann sie sich beruflich noch einmal fortbilden. Mit den Übergangsgebührnissen kommt sie gut zurecht, bis sie eine tolle Arbeitsstelle gefunden hat.
Zugegeben alles besonders positiv gelaufen für diese Soldatin. Aber aus der Erzählung kann man möglicherweise mitnehmen, wie sich Betreuung und Fürsorge im laufe eines Dienstlebens bei der Bundeswehr darstellen und auswirken.“

Rechtliche Verankerung der Fürsorgepflicht

Betreuung und Fürsorge in der Bundeswehr folgen aus dem gegenseitigen Treueverhältnis zwischen Staat und Bundeswehrangehörigen. Folgende gesetzliche Grundlagen können als Begründung herangezogen werden:

  • Soldatengesetz (Dienstpflicht der Vorgesetzten, für die unterstellten Soldatinnen und Soldaten unter Einbeziehung der Familienangehörigen zu sorgen in § 10 Abs. 3, allgemeine Fürsorgepflicht des Dienstherrn in § 31)
  • Bundesbeamtengesetz (Allgemeine Fürsorgepflicht des Bundes für Beamtinnen und Beamte sowie ihre Familienangehörigen in § 78)
  • Beteiligungsrechte nach dem Soldatenbeteiligungsgesetz und/oder dem Bundespersonalvertretungsgesetz sowie nach dem Sozialgesetzbuch
    Dazu kommen die Teilkonzeption Betreuung und Fürsorge in der Bundeswehr und diverse Dienstvorschriften und Erlasse.

08.08.2017

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