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Schulung der Betreuer der Freizeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen des Bundeswehr-Sozialwerks – Teil II

Marion Gerber bringt ihr Wissen aus dem Studium der Sonderpädagogik und 20 Jahren Betreuererfahrung in ihr Ehrenamt ein. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

Dieser eine Moment…

Für die Betreuer beginnt die Freizeit einen Tag früher als für ihre Teilnehmer. Sie reisen nach Bad Münstereifel und machen sich mit der Umgebung vertraut. Wenn die ersten Familien ankommen, kann die Freizeit losgehen. Alle Teilnehmer werden von ihren Angehörigen gebracht. Betreuer, Familien und Teilnehmer lernen sich kennen. „Meist haben die Eltern aber schon mit ‚ihrem‘ Betreuer im Vorfeld telefoniert“, so Hauptmann Uwe Thielmann. Der Soldat ist gemeinsam mit Regierungsoberamtsrätin Marion Gerber Chefbetreuer der Freizeit. Die Familien übergeben auch medizinische Hilfsmittel, Lieblingsgegenstände und gleichen den Medikamentenplan ab. Die beiden Chefbetreuer begleiten das Kennenlernen neuer Betreuer und neuer Teilnehmer – so gewährleisten sie, dass keine Informationen verloren gehen.

 

 

Wie bei jeder anderen Freizeit auch, heißt es dann Abschied nehmen von den Eltern und Zimmer beziehen. Je nach Art der Beeinträchtigung schlafen die Teilnehmer in Einzel- oder Mehrbettzimmern. Einige Teilnehmer bringen allerdings ihr eigenes Bett mit, wenn sie auf das sogenannte Pflegebett angewiesen sind. Gerber erklärt, dass dementsprechend groß auch die Fahrzeuge sind, mit denen die Familien anreisen, teilweise sogar mit Anhänger. „Für die Familien ist es das Wichtigste, dass es dem Kind während der Freizeit gut geht, dass alle Dinge, die es benötigt, da sind“, so Gerber. Für sie und Thielmann ist der Anreisetag sehr emotional. Sobald sich die Tür des Fahrstuhls zum Aufenthaltsbereich öffnet, bekomme ich Gänsehaut am ganzen Körper“, beschreibt Gerber die Situation. „Wenn mich die Teilnehmer ein Jahr später sofort wiedererkennen, dann bin ich einfach baff“, fügt sie hinzu.

Seit 2011 betreut Thielmann Teilnehmer mit Beeinträchtigungen auf Freizeiten des Bundeswehr-Sozialwerks. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

„Unterstützung auch durch Vorgesetzte und Kollegen“

Weil Gerber und Thielmann Bundeswehrangehörige sind, kann ihnen bis zu fünf Tagen Sonderurlaub gewährt werden, um die Freizeiten zu betreuen. „Die Unterstützung auch durch Vorgesetzte und Kollegen ist groß“, erklärt Thielmann, „die tragen die Abwesenheit während der Freizeit mit.“ Für Gerber sieht die Situation genauso aus. „Ich werde sogar von der Amtsspitze unterstützt. Seit Jahren besucht der Präsident des BAIUDBw [Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr] die Freizeit in Bad Münstereifel“, sagt sie. Einige der Betreuer, die nicht im öffentlichen Dienst arbeiten, nehmen allerdings Urlaub für die Freizeiten, so die Chefbetreuer.
Thielmann ist sehr dankbar für das Verständnis seiner Kameraden, Kollegen und Vorgesetzten für seine dreiwöchige Abwesenheit während des Sommers. „Ich wurde letztes Jahr versetzt. Schon vorher habe ich meinem neuen Kommandeur angeschrieben und geschildert, wie wichtig für mich die Teilnahme an der Freizeit ist“, erinnert sich der Soldat.

Schnappschuss der Freizeit in Bad Münstereifel 2014: Thielmann mit Teilnehmerin Marnie. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

Für Gerber ist die Vorbereitung der Freizeit Teil ihres Alltags. „Betreuer rufen mich oft an, um im Vorfeld der Freizeit Fragen zu klären oder Dinge vorzubereiten“, erklärt die Beamtin. Die studierte Sonderpädagogin macht im Sommer 2016 zum 14. Mal eine Freizeit für Menschen mit Beeinträchtigungen mit. „Wir als Teamleiter bereiten die Freizeit lange vor: Wir planen die Teilnehmer ein, halten den Kontakt zu den Betreuern, suchen Sponsoren. In meiner Garage stapeln sich kurz vor der Freizeit immer die vielen Werbegeschenke, die mir Unternehmen zur Verfügung stellen“, so Gerber.

Nicht alltägliche Erlebnisse

Gerber und Thielmann sind sich einig, dass ihr Engagement sie verändert. „Nach der Freizeit fällt es mir sehr leicht, zu entscheiden, was wirklich wichtig ist“, sagt Thielmann. Gerber ergänzt, dass sie die vielen schönen Momente, die nicht alltäglich sind, noch lange nach der Freizeit beschäftigen. „Mit den Teilnehmern unternehmen wir Sachen, die sie sonst nicht jeden Tag erleben. Wir gehen ins Schwimmbad oder zum Reiten. Die meisten Teilnehmer sitzen während unserer Freizeiten auch zum ersten Mal auf einem Motorrad“, so Gerber.
Thielmann erinnert sich an einen sehr bewegenden Moment zurück: „Wir haben mit den Teilnehmern ein Tischkickerturnier ausgerichtet. Von einem Geschwisterpaar belegte der Bruder den ersten Platz, die Schwester wurde Dritte. Mitten in der Siegerehrung fragt der Junge, ob er seinen ersten Platz an die Schwester geben dürfe, da ihr der Sieg sehr viel bedeutet hätte. Da war ich einfach durch.“

27.06.2016

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