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Engagiertes Team: Die Betreuer der Freizeit für Menschen mit Beeinträchtigungen. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

Zwischen „Hab-mich-lieb“-Anleitung und Medikamentenplan

Schulung der Betreuer der Freizeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen des Bundeswehr-Sozialwerks – Teil I

30 junge Menschen mit Beeinträchtigungen nehmen an der Freizeit des Bundeswehr-Sozialwerks in Bad Münstereifel teil. Für jeden Teilnehmer gibt es einen Betreuer, der sich auf die Bedürfnisse seines Schützlings vorbereitet. Was macht einen Betreuer aus? Wie bereiten sich die Freiwilligen vor, welche Vorkenntnisse bringen sie mit? Die beiden Chefbetreuer der dreiwöchigen Freizeit geben einen Überblick über Motivation, emotionale Momente und die Schulungen der Betreuer.

Die Schulung der Betreuer beinhaltet sowohl Theorie als auch Praxis. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

„Warum habe ich diese Freizeit gewählt“

Die Schulung der Betreuer der Freizeiten für Menschen mit Beeinträchtigung läuft anders ab als übliche Schulungen. Gleich zu Beginn ist das deutlich zu merken. Statt einer Vorstellungsrunde erklären die angehenden Betreuer, warum sie sich entschlossen haben, für drei Wochen einen Menschen mit Beeinträchtigungen zu betreuen. Chefbetreuer Uwe Thielmann leitet die ungewöhnliche Kennenlernrunde. Der Hauptmann ist seit 2011 bei den Freizeiten dabei, er kennt viele der Teilnehmer und Betreuer bereits seit Jahren. „Es sind immer ungefähr ein Drittel der Mitfahrer und ein Drittel der Betreuer komplett neu auf der Freizeit“, sagt Thielmann.

Die Betreuer üben den Umgang mit medizinischen Hilfsmitteln. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

Sind die „Neuen“ dann in der Runde bekannt, folgen erste Ausbildungsinhalte. Umgang mit Sozialen Medien, Informationen zur Krankenversicherung und eine Belehrung über das Infektionsschutzgesetz stehen auf dem Programm. Dann wird es praktisch: Pflege leicht gemacht heißt der nächste Schulungsabschnitt. An einer Behandlungsliege zeigt die Dozentin, wie eine Vorlage richtig angelegt wird. Sie erläutert, dass Vorlage der Fachbegriff dafür ist, was der Laie als Erwachsenenwindel bezeichnet. Die Dozentin legt Wert darauf, dass die angehenden Betreuer ihren Teilnehmer ansprechen, das Vorgehen erklären und auch, welche die korrekte Körperhaltung ist. Neue Betreuer, üben unter Anleitung und erhalten Tipps. Je mehr die Betreuer üben, desto sicherer fühlen sie sich. Fragen kommen nach und nach auf – was mache ich, wenn ein Teilnehmer selbst mithelfen kann, wie kontrolliere ich, ob die Vorlage gewechselt werden muss, wie lange kann eine Vorlage getragen werden? Nach zwei Stunden sind die Betreuer gut vorbereitet und der Hauptteil der Schulung beginnt: Die Teilnehmer werden vorgestellt und finden ihren Betreuer.

Die beiden Chefbetreuer der Freizeit, Thielmann und Gerber, im Gespräch. (Foto: Bundeswehr-Sozialwerk)

Lieblingsessen, Rollstühle, Buggies und Orthesen

Für die Vorstellung der Teilnehmer und ihrer Besonderheiten sind im Programm der Schulung um die fünf Stunden angesetzt. Warum? Weil auf jeden der 30 Teilnehmer einzeln eingegangen wird. Die Betreuer schauen sich ein aktuelles Foto an und erhalten eine Kurzvorstellung des Teilnehmers: Alter, Größe, Angaben der Beeinträchtigung(en). Thielmann und die zweite Chefbetreuerin, Regierungsoberamtsrätin Marion Gerber, finden für jeden Teilnehmer die richtigen Worte.
Dank ihrer langjährigen Erfahrungen können die beiden Chefbetreuer mühelos medizinische Fachbegriffe und Symptome beschreiben. Sie verstehen es ebenfalls, die Teilnehmer der Freizeit charmant aber ehrlich vorzustellen. Thielmann und Gerber lesen Auszüge der Steckbriefe vor, die die Eltern liebevoll über ihr Kind zusammengestellt haben. „Unser Sohn schaukelt sehr gerne“, heißt es da. Oder: „Große Menschenansammlungen und Lärm mag er gar nicht. Bei Stress kratzt er sich und andere.“

Aus den Steckbriefen der Eltern, den geschilderten körperlichen und/ oder geistigen Beeinträchtigungen und eventuellen Erfahrungen mit dem jeweiligen Teilnehmer aus Vorjahren schätzen die Chefbetreuer ab, wieviel Erfahrung der Betreuer benötigt. Die Gruppe bespricht gemeinsam, welcher Teilnehmer mit welchem Betreuer die Freizeit bestreiten wird.
„Bei der Zusammenstellung sind wir äußerst sorgfältig“, erklärt Thielmann. „Die Teilnehmer lassen sich für die drei Wochen der Freizeit auf einen unbekannten Menschen in einer für sie fremden Umgebung ein. Betreuer und Teilnehmer müssen sich in den ersten Tagen zu einer Einheit zusammenfinden, damit sie zu einem Team werden können“, ergänzt Gerber.

Lesen Sie hier den zweiten Teil.

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