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Zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr gehören Material und Menschen

Wilfried Lorenz (MdB)

Liebe Leserinnen und Leser,

es gehört sehr viel Identifikation mit dem Auftrag dazu, für uns alle in den entlegensten Teilen der Welt und unter schwierigsten Bedingungen Leib und Leben einzusetzen. Dafür verdienen die Angehörigen der deutschen Streitkräfte nicht nur unsere Anerkennung, sondern die bestmöglichen Arbeitsbedingungen und die modernste Ausrüstung. Die Wünsche, die Soldatinnen und Soldaten haben, sind oft mit geringem Aufwand zu bewerkstelligen. Indem wir mit dem Attraktivitätsprogramm der Bundeswehr die nötigen finanziellen Mittel bereitstellen, um Erleichterungen zu schaffen, bisher bestehende Benachteiligungen zu beseitigen und den schweren Dienst zu honorieren, zeigen wir, dass wir die Menschen in der Bundeswehr, ihre Anliegen und die ihrer Familien ernst nehmen. Doch Geld ist nicht alles. Der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Brot allein. Glücklich sind wir zumeist wegen kleiner, nicht materieller Dinge. Oft genügt ein Wort, eine aufmunternde Bemerkung oder eine Geste. Oder einfach, dass jemand da ist und einem zur Seite steht.

Wie sieht es damit im täglichen Leben von Soldatinnen und Soldaten und im Einsatz aus? Wie, wenn ein Soldat mit körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen aus dem Einsatz zurückgekehrt ist? Wer hilft auch den Familienangehörigen, wenn er oder sie unverschuldet durch Schicksalsschläge in Not gerät?

Soldatenfamilien müssen mit langen Abwesenheitszeiten zurechtkommen, in denen die Fürsorge für Kinder und andere Familienmitglieder zumeist von nur einem Partner geschultert wird. Oft sind diese damit überlastet und brauchen eine Auszeit. Das Sozialwerk, das eng mit dem Sozialdienst, den Familienbetreuungszentren der Bundeswehr und dem Soldatenhilfswerk zusammenarbeitet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit erschwinglichen Urlaubsangeboten, Kinder- und Jugendfreizeiten sowie mit Fahrten für Familienmitglieder mit Behinderungen, das Leben von Angehörigen der Bundeswehr ein wenig leichter zu machen. Es war eine beeindruckende Erfahrung, bei einem Treffen in meinem Berliner Bundestagsbüro aus erster Hand von einem ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des Sozialwerks zu erfahren, wie ernst diese Aufgabe genommen wird. Hier wird mit Leben erfüllt, was ich als Berichterstatter für Materialerhaltung nicht oft genug betonen kann:
Zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr gehören Material und Menschen. Beides ist untrennbar. Ohne hochqualifizierte und motivierte Soldaten sind moderne Waffensysteme nicht zu bedienen. Und eine Soldatin oder ein Soldat, die sich um ihre Familie zu Hause Sorgen machen müssen, sind – jedem von uns würde es so gehen – nicht bei vollkonzentriert der Sache. Das kann fatale Folgen haben, denn davon können Leben und Tod abhängen – des Soldaten selbst wie auch seiner Kameraden.

Das Sozialwerk leistet einen wichtigen Beitrag, damit sich Soldatinnen und Soldaten ebenso wie zivile Mitarbeiter der Bundeswehr in schwierigen Lebenslagen nicht alleingelassen fühlen und Kraft tanken können. Wichtig ist: Keiner muss hier viel erklären. Alle Beteiligten wissen, welche Belastungen der Soldatenberuf mit sich bringt. Ganz konkret kann das heißen: Partner sind plötzlich allein oder verwitwet, Kinder werden Waisen, Geiselhaft, Misshandlung oder Kriegserlebnisse hinterlassen so tiefe Spuren, dass Beziehungen zerbrechen. So unglaublich es klingt: Schon ein Urlaub kann dazu beitragen, den Kopf frei zu bekommen. Ebenso, die eigenen Kinder in einer Kinder- und Jugendfreizeit oder einem Sprachkurs in guten Händen zu wissen, wenn Ferien machen mit den Eltern nicht möglich ist. Sicherlich können diese Maßnahmen, die das Sozialwerk ermöglicht, Probleme nicht von Grund auf lösen, aber zumindest zeitweise helfen, mit schwierigen Situationen zurecht zu kommen.

Für mich als ehemaligem Soldaten ist das nicht nur gelebte Kameradschaft, sondern ein Engagement, das ich mir für unsere Gesellschaft insgesamt wünsche und nach Kräften unterstützen werde.

Ihr

Wilfried Lorenz (MdB)

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