
Ein Adventskonzert der Extraklasse
Konzerte des Heeresmusikkorps 12 miterleben zu dürfen, ist mit das Erlesenste, was es für Musikliebhaber im weiten Umkreis gibt.
Beim traditionellen Adventskonzert von Infanterieschule und Stadt Hammelburg in der katholischen Stadtpfarrkirche Sankt Johannes der Täufer war OFw Virginie Reizlein eine der Flötistinnen des Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim. Die musizierenden Soldatinnen und Soldaten aus Veitshöchheim gaben am 29.11.2011 in der bis auf den letzten Platz gefüllten Stadtpfarrkirche erneut ein grandioses Gastspiel.
Viele Besucher des Konzertes stimmen am Ende überein: Das nunmehr 18. Adventskonzert der Heeresmusiker war eines der schönsten und besten überhaupt. Was die 45 Frauen und Männer unter der Stabsführung von Oberstleutnant Burkard Zenglein in St. Johannes ablieferten, zeugt von einer außerordentlich intensiven Probenarbeit und belegt die hohe Professionalität des beliebten Militärorchesters.
Zu Beginn lag Literatur von Johann Sebastian Bach auf den Notenpulten. Es erklang der erste Satz des dritten von sechs "Brandenburgischen Konzerten" des Meisters in einer Bearbeitung von Christopher Mowat.
Gänsehaut-Feeling
Es folgte "Greensleeves", ein altes englisches Volkslied. "Vor lauter Gänsehaut habe ich das Fotografieren vergessen", gesteht ein beeindruckter OStFw Hartmut Jäckle. Historisch ging es weiter mit einer Fantasie über "Es kommt ein Schiff geladen" in einer Version von Guido Rennert. Bis heute sind sich Musikexperten nicht einig darin, ob das von Zenglein ausgewählte Konzert für Oboe Hob VIIg:C1 nun von Joseph Haydn stammt oder nicht. Mit "Sunrise at Angels Gate" von Philip Sparke landeten das Orchester danach einen weiteren Volltreffer wie auch bei "Berceuse" aus der Feder von Gabriel Fauré.
Dramaturgisch
Beim Oratio aus dem Stück "Gloriosa" des japanischen Komponisten Yashuide Ito präsentierten die Heeresmusiker gregorianischen Choral im Mix mit japanischem Volkslied. Eine meisterhafte Darbietung, die an Dramaturgie kaum mehr zu überbieten ist. Gediegen dagegen das nachfolgende "Ashokan Farewell" von Jay Ungar, ehe mit präzisen Paukenschlägen das "Westminster Carol" von James Hosay den gelungenen Abschluss des Adventskonzertes bildete. Nach minutenlangem Applaus intonierte das Orchester als willkommene Zugabe das "Macht hoch die Tür", um danach - trotz standing ovations - ohne weitere Zugabe in der Sakristei zu verschwinden.
Spenden fürs Sozialwerk
Brigadegeneral Hans Günter Engel hatte zu Beginn des Konzertes um eine großzügige Spende für einen guten Zweck gebeten. Der Ruf des Kommandeurs der Infanterieschule und Generals der Infanterie blieb nicht unerhört.
Denn exakt 1801,30 Euro kamen im Rahmen der Kollekte zusammen. Das gesammelte Geld ist für die Arbeit des Bundeswehr-Sozialwerkes bestimmt. Es hilft, wenn Menschen der Bundeswehr in Not geraten und Soldaten von einem Auslandseinsatz betroffen sind.
Hans Günter Engel dankte auch den Heeresmusikern aus Veitshöchheim für ihre exzellente Vorstellung.
K. F. 18.12.2011



