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Heeresmusikkorps in der Niederstettener Jakobskirche

Der Erlös von 1832,00 € geht je zu Hälfte an die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“ und die ev. Kirchengemeinde Niederstetten.
Bild: Sven Hippeli

Benefizkonzert vor vollem Haus findet begeisterte Zuhörer

Blech und Holz gleich in mehreren Besetzungen – wann kann man das schon einmal an einem einzigen Ort in Hochklasse hören? Die Korps-Bläser der Bundeswehr gastierten am Donnerstag in der Niederstettener Jakobskirche und rissen ihr Publikum immer wieder zu Beifallsstürmen und Bravorufen mit. Die Spenden für das Benefizkonzert kommen dem Bundeswehr-Sozialwerk und der Evangelischen Kirchengemeinde für die Turmsanierung zugute.
Hätten die Zuhörer Eintritt bezahlen müssen – man könnte von einem ausverkauften Haus sprechen. Die Jakobskirche war voll, die Musiker gut gelaunt, die Moderation humorvoll. Grundsolide das Dargebotene und das ist ganz positiv gemeint. Draußen auf dem Weihnachtsmarkt quinquiliert unaufhörlich und musikalisch platt Helene Fischer – da ist gutes Musikerhandwerk regelrecht eine Erholung.

Romantik hautnah

Über den Daumen gepeilt spielen die Bundeswehrmusiker (in ganz verschiedenen Besetzungen mit vier bis zehn Musikern) vor allem Romantisches: Debussy, Rimski-Korsakow, Leonard Cohen, Astor Piazolla, Louis Armstrong. Wer die Genannten erst einmal nicht unmittelbar mit der (musikalischen) Romantik zusammenbringt, hat natürlich recht. Blickt man aber auf die ästhetische, ja philosophisch-psychologische Seite, sind sie alle echte Romantiker: Seelenforscher und Seelenabbildner. Gefühlszustände, Leidenschaft, Individualität und individuelles Erleben, Wesens- und Natureindrücke – das alles stand fast schon greifbar im Raum.
Ein doppelchöriger Blech-Satz eröffnet das Konzert und zeigt gleich, wie viel Druck die Musiker von der Empore aus erzeugen können. Der Kirchenraum ist voll und den Spitzen der Trompeten gerade noch gewachsen. Im Spannungsfeld zwischen Naturmystik und einer gewissen Grundkühle ein Opernauszug von Nikolai Rimski-Korsakow – etwas zurückgenommene, fast szenische Lyrik.
Intim das vierstimmige Saxophonensemble: Aus Georgien mitgebrachte Noten (das Heeresmusikkorps ist viel im In- und Ausland unterwegs) eines unaussprechlichen Komponisten sind für die Hölzer als kleine Suite bearbeitet worden: Weich, poetisch, fast mittelalterlich formal wirkend bisweilen und im „Galopp“ entsprechend flott. Erstaunlich, wie viel Fülle die vier Musiker schaffen können.
Seit seiner Entstehung um 1965 vielfach bearbeitet „Milonga del Angel“ des argentinischen Bandoneon-Virtuosen Astor Piazolla. Der Erneuerer und „Überformer“ des traditionellen Tango mit seinen typischen umarmenden Melodieführungen – als Saxophonstück ist einer der der kleinen, großen Schätze des Abends (wer beim Konzert auf den Piazolla-Geschmack gekommen ist, ein Hörtipp auf Youtube: „Café 1930“ in der Interpretation von Anthony Caillet am Euphonium). Schließlich Cohens bekanntes „Halleluja“ mit dunkelfarbenem Tenor-Refrain, eine kleine Jazz-Suite aus fast unzähligen Weihnachtsliedern – alles griffig und doch artifiziell. Das Publikum war hingerissen.

In ganz unterschiedlichen Formationen präsentierten sich Musiker des Heeresmusikkorps Veitshöchheim nach langen Jahren der intensiven Vorarbeiten seitens der Stadt Niederstetten und des Bundeswehr-Sozialwerks unter Federführung von Oberstleutnant Martin Heuwinkel.
Bild: Fränkische Nachrichten, Michael Weber-Schwarz

Fein und „durchhörbar“

Die „Suite bergamasque“ von Claude Debussy ist eigentlich für Klavier konzipiert. In Niederstetten erklingt das „Intro“ mit vier Klarinetten und Querflöte. Facetten der weltbekannten Komposition gibt es in gefühlt unzähligen Hollywoodfilmen zu hören – in der Niederstettener Version extrem fein und „durchhörbar“. Dass eben nicht der Satz „Clair de Lune“ verwendet wurde überrascht und begeistert zugleich, denn mit Oftgehörtem kann man vielleicht punkten, doch das Seltengehörte bringt sozusagen Geheimnis mit und das ist gut für einen Adventsvorabend.
„I see friends shaking hands saying how do you do – They’re really saying I love you“, so heißt es in der berührenden Songzeile von Louis Armstrongs „What A Wonderful World“. Geschrieben hat es Armstrong nicht – aber es wurde ihm auf den Leib komponiert und getextet. In der Jakobskirche eine breite, lyrische Blechinterpretation, die viel Beifall findet.
Bei den zwei Zugaben dann „Oh Danny Boy“ – ein irisches Soldatenliebeslied voller Abschiedsschmerz („the summer’s gone, and all the roses falling“) – und „Macht hoch die Tür“. Letzteres übrigens ein „ökumenisches“ Kirchenlied; es findet sich in den Gesangbüchern beider Konfessionen. Die Ensembles (jetzt weitgehend „tutti“) begleiten die mitsingenden Konzertbesucher und schaffen so einen stimmigen Schlusspunkt für ein im guten Sinne buntes Adventskonzert.

Fränkische Nachrichten, Michael Weber-Schwarz

31.01.2018

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