Ein ganz besonderes Ferienerlebnis

Ein Tag bei der Freizeit für Menschen mit Beeinträchtigung

Durch die Spendenbereitschaft unserer Mitglieder ist es möglich, sechs Freizeiten für körperlich und/oder geistig beeinträchtigte Kinder von Bundeswehrangehörigen durchzuführen. Eine dieser Freizeiten organsiert der Bereich Süd und führte 2017 25 Teilnehmer drei Wochen in den Lindenhof nach Eben/Pongau in Österreich. Dort wurden die Teilnehmer jeweils von ihrem persönlichen Betreuer und den Leitern des Betreuerteams, Cornelia Heier und Sabrina Braun, erwartet. Ein Ausflugstag möchte Ihnen die Teamleitung dieser besonderen Freizeit vorstellen:

Besuch der Tragtierkompanie Bad Reichenhall

Betreuer und Teilnehmer erlebten einen rundum gelungenen Tag.
Bild: Cornelia Heier

Wir sind zu einem Besuch beim Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen in Bad Reichenhall eingeladen.

Für die Gruppe beginnt der Tag früh. Damit wir rechtzeitig abfahren können, gibt es im Lindenhof eine Stunde früher als gewohnt Frühstück, um 7:15 Uhr. Das bedeutet vor allem für die Teammitglieder, die Teilnehmende mit großem morgendlichem Pflegebedarf betreuen, wirklich zeitiges Aufstehen.
So blicke ich dann auch in viele noch etwas müde Gesichter, als sich der Speisesaal langsam füllt. Nach einer Weile sind alle da. Niemand hat verschlafen und alle wirken in Anbetracht der frühen Stunde recht gut gelaunt. Nur ein Teilnehmer hätte wohl lieber länger geschlafen: Tobias. Wenig begeistert vom frühen Aufstehen wirft er sich auf den Fußboden und mag auch nicht frühstücken. Ob wir Tobias überreden können, am Ausflug teilzunehmen?
Nun heißt es: Ruhe bewahren. Während ich frühstücke und anschließend meine sieben Sachen zusammenpacke und Fragen der Betreuer und Teilnehmer beantworte, formen sich in meinem Kopf bereits Lösungsansätze.

Bei sonnigem Wetter erhalten die Teilnehmer viele spannende Eindrücke im Ausbildungszentrum für Tragetierwesen in Bad Reichenhall.
Bild: Cornelia Heier

Die anderen Teilnehmen sind guter Dinge. Das am häufigsten in den Raum geworfene Wort ist „Bus“. Dieser fährt dann, als erste Attraktion des Tages, pünktlich um 8 Uhr auf den Hof. Der stattliche Reisebus wird, genau wie sein Fahrer, von den Teilnehmern wie ein alter Bekannter begrüßt. Das Einsteigen und Einladen der Rollstühle erfolgt zügig und routiniert - es ist deutlich zu spüren, dass die Gruppe größtenteils aus erfahrenen Betreuenden und ebenso erfahrenen Teilnehmern besteht.

Auch Tobias macht sich jetzt mit Hilfe seines Betreuers auf den Weg. Er fährt im Kleinbus mit. Den Transporter haben wir auch bei Reisebusausflügen immer zusätzlich im Einsatz. So können wir auch die Teilnehmer befördern, die spezielle Vorrichtungen oder ihren Rollstuhl benötigen, um gut im Auto sitzen zu können. Notfalls haben wir so auch ein Fahrzeug, mit dem wir unabhängig von der ganzen Gruppe mit einzelnen Personen zurück in die Unterkunft fahren können. Die Fahrt verläuft komplikationslos, und wir sind überpünktlich in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall, wo wir von Hauptmann Diana Müller-Romminger und Herrn Nützel begrüsst werden.

Der weiche Hallenboden lädt zum Entspannen ein.
Bild: Cornelia Heier

Die im Auslauf stehende Maultierherde kommt neugierig an den Zaun getrottet und vor allem Leitstute Flicka prüft, ob unser Besuch in Ordnung geht. Sie scheint gegen unsere Anwesenheit nichts einzuwenden zu haben und die ersten Mutigen wagen sich vor, um die Tiere zu streicheln. Dann besichtigen wir Sattelkammer, Stallungen, Reithalle und Schmiede.

Während Herr Nützel und Frau Müller-Romminger uns über die Außenanlagen und durch die verschiedenen Gebäude führen und in die Geheimnisse des Tragtierwesens einweihen, hat jeder unserer Teilnehmer seine eigene Art und Weise, an der Einführung teilzunehmen. Heidi wagt es, zusammen mit ihrer Betreuerin ein Maultier zu putzen, Max streichelt es heimlich, als gerade (fast) alle weg schauen. Dominik fragt permanent nach dem Bus, Dieter inspiziert die OP- Lampen, ich verliebe mich in einen Haflinger. Tobias wird von der Leitstute ausgiebig befühlt und beschnuppert und wirft sich beim Anblick der Reithalle sofort aus dem Rollstuhl in den weichen Boden der Halle.

Jeder Teilnehmer hat seine eigene Art sich den Tieren zu nähern.
Bild: Cornelia Heier

Wir lernen viel über die artgerechte Haltung und den Einsatz der Tragtiere, die Fütterung, Hygienemaßnahmen, die tiermedizinische Behandlung und den korrekten Hufbeschlag. Unsere Gastgeber erklären hierbei ausführlich und geduldig. Es gibt vieles zu sehen, zu hören, zu riechen und zu fühlen. Als besondere Überraschung erhalten unsere Teilnehmer ein Hufeisen und die Betreuer eine geschmiedete Blume.

Nachdem wir uns nun intensiv mit dem Wohlergehen von Vierbeinern beschäftigt haben, wird es Zeit, auch an unser eigenes leibliches Wohl zu denken.
Gudrun Rügsegger, die seit Jahren unermüdlich als Betreuerin mit nach Eben fährt und die wir aus unserem Team nicht wegdenken wollen, hat für uns ein Mittagessen in der OHG organisiert. Wir steigen alle wieder in die Busse ein, fahren einmal um die Kaserne, steigen wieder aus und sind begeistert vom Treppenlift am Eingang der OHG, der unsere Rollstuhlfahrer sicher nach oben bringt. Wir genießen ein gemeinsames Mittagessen. Während wir speisen, liegt Tobias schon wieder im Gras und genießt die Sonne. Nach dem Essen wird der kleine Spielplatz im Außenbereich der OHG in Beschlag genommen.

Gesättigt vom Essen und den vielen Eindrücken und etwas mitgenommen von der Hitze beschließen wir, nicht wie geplant in die Stadtmitte von Bad Reichenhall zu fahren, sondern nach Hause in den Lindenhof, um den bisher rundum gelungenen Tag für die Teilnehmer in Ruhe ausklingen zu lassen

Wir danken Bettina Ewert für die Organisation im Vorfeld, Hauptmann Müller-Romminger, Herrn Nützel und den anderen Beschäftigten für die gelungene, auf unsere Gruppe zugeschnittene Darstellung der Arbeit im Tragtierwesen und natürlich den Maultieren und Pferden für ihre unvoreingenommene Kontaktaufnahme mit uns!

23.10.2017

Lesen Sie in unseren Spendenberichten, wie dank ehrenamtlicher Helfer und Spendern vielen Menschen geholfen werden konnte.

Spendenkonto

Wir freuen uns über jede Spende von Ihnen für unsere »Aktion Sorgenkinder«. Bitte verwenden Sie nachfolgende Bankverbindung:

Sparkasse Köln/Bonn

IBAN:
DE85 3705 0198 0000 0627 11
SWIFT-BIC:
COLSDE33

  • Verwendungszweck:
    »Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien«

Freie Plätze in den eigenen Häusern und Hotels des Bundeswehr-Sozialwerks e.V. und einigen Vertragshäusern und -hotels.