
Ferienfreizeit in neuer Umgebung

Zum ersten Mal nutzte der Bereich Nord das Theodor-Schwartz-Haus in Travemünde-Brodten zur Durchführung seiner Freizeit für behinderte Menschen und deren Betreuer. In der Zeit vom 09.07. bis 22.07.2011 verbrachten nicht weniger als 28 Menschen mit Beeinträchtigungen und eine genauso große Anzahl von Betreuern unbeschwerte Ferien.
Schon Anfang Mai wurden durch das Betreuerteam um Chefbetreuerin Silke Beermann-Schröter die Eckpfeiler der Freizeit und die möglichen Programmpunkte festgelegt. Trotzdem wurde während der Freizeit jederzeit auf die Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen. Der Fahrzeugpark wurde reichlich genutzt, um Exkursionen in die Umgebung der Lübecker Bucht anzusteuern.
Begeistert waren die Teilnehmer von der Aufführung „Das Dschungelbuch“ auf der Freilichtbühne in Lübeck. Auch wenn es zeitweise regnete, ließen sich die Kinder die gute Stimmung nicht vermiesen, sondern spendeten den Figuren Balu, Mogli, Baghira, Kaa und Shir Khan für die tolle Vorführung reichlich Beifall. Natürlich durfte auch ein Besuch bei den Karl-May-Festspielen nicht fehlen.
Auch Spaziergänge an der Strandpromenade von Travemünde und Timmendorf wurden gerne unternommen und so manches Eis gegessen. Im Hafen von Travemünde lag sogar ein russisches Segelschulschiff, welches ebenfalls besichtigt werden konnte.
Auf einem Reiterhof in Gömitz wurde therapeutisches Reiten angeboten. Diese Gelegenheit nutzten die Teilnehmern, zumal sie die Pferde zunächst striegeln mussten um sie dann unter Anleitung auf den vorgesehenen Parcours zu führen.
Viele verschiedene Vogelarten konnten im Vogelpark Niendorf besichtigt werden. Das Angebot des Hauses, Frühstück am Meer in der Nähe der Steilküste Hermannshöhe einzunehmen, wurde von Vielen angenommen. Leider störten einige hungrige Wespen, so dass der Genuss nicht vollkommen war.
Langeweile kam zu keiner Zeit auf, da im Bastelraum fleißig für das Bergfest, welches unter dem Motto „Weltraum“ stand, gearbeitet wurde. Ein farbenprächtiges Bild, nicht nur während der folgenden Disco, war später der verdiente Lohn. Auch eine Puppenbühne mit den dazugehörigen Figuren wurde gebaut. Das Stück „ Störtebecker im Weltraum“ wurde aufgeführt, an dem die Kinder ihre wahre Freude hatten und viel Applaus spendeten.
Auch ein Kegelvormittag brachte viel Spaß. Eine selbst gebastelte Vorrichtung sorgte dafür, dass auch diejenigen Kegeln konnten, die auf Grund ihrer Beeinträchtigung ansonsten dazu nur eingeschränkt in der Lage gewesen wären. Immer wieder setzten sich Gruppen zum Spielen und zum Basteln zusammen und hatten dabei ihren Spaß. Besonders die Gesellschaftsspiele „ Elfer raus und Skip bo“ hatten es den Teilnehmern angetan.
Der Besuchertag bei der Marine Unteroffizier Schule in Plön war wieder ein voller Erfolg. Segeln, Panzer fahren, therapeutisches Reiten, Mitfahrt in einem 30 Jahre alten Polizei-Buggy waren nur einige Programmpunkte. Viele Gewinnspiele, Getränke und Kuchen sowie Gegrilltes sorgten weiter für gute Stimmung bei den Besuchern.

Ein besonderes Highlight war das Fußballspiel gegen die Fußballmannschaft des NTSV Strand 08. Zunächst begrüßten sich die Mannschaften und einer unserer Teilnehmer übergab ein Gruppenbild der Freizeitangehörigen zur Erinnerung. Weiterhin erhielt unser Gastgeber einen neuen Fußball für die Jugendabteilung. Wir bekamen einen Erinnerungswimpel des NTSV Strand 08, der später als Kopie in jedes Tagebuch für die Teilnehmer abgeheftet wurde.
Nachdem in der ersten Halbzeit auf dem Kunstrasenplatz das Team ausschließlich von den Betreuern gestellt wurde, kamen nach dem Seitenwechsel einige Teilnehmer zum Einsatz, die für Verstärkung und für reichlich Tore sorgten. Das Ergebnis konnte anschließend nur geschätzt werden, da auch die Gastgeber viele Treffer erzielten. Nicht nur die Aktiven, sondern auch die Zuschauer von der Freizeit, die ihre Mannschaft lautstark während der einstündigen Spielzeit unterstützten, hatten ihren Spaß. Dafür, dass wir auch optisch mit dem Gastgeber mithalten konnten, sorgten knallige gelb/weiße Trikots, die von der Regionalstelle Ahlhorn/Großenkneten bereitgestellt wurden.
Viel zu schnell verging die Zeit und der Tag des Abschiednehmens rückte immer näher. Als es dann soweit war und die Eltern ihre Kinder abholten, wurde doch die ein oder andere Träne vergossen. Auf alle Fälle zogen alle ein positives Fazit und waren sich einig, dass das Motto im nächsten Jahr wieder lauten soll: Travemünde, wir kommen.
W. S. 15.09.2011


