Der Zauber von drei Wochen

Gäste von der Freizeit für Menschen mit Beeinträchtigungen beeindruckt

Im Sommer wollen Kinder etwas erleben. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit körperlichen und/ oder geistigen Beeinträchtigungen sehen das genauso. Für diese Teilnehmer organisiert das Bundeswehr-Sozialwerk jedes Jahr mehrwöchige Freizeiten mit ganz besonderem Charakter. Beim Besuchertag der Freizeit können die Gäste erfahren, wie sehr die Teilnehmer ihren Sommer mit dem Verein genießen. Beim Schlussapplaus waren Gäste und Teilnehmer sich einig: Die Betreuer auf der Freizeit legen sich richtig ins Zeug, um drei unbeschreiblich schöne Wochen zu ermöglichen!

12 Rollstuhlfahrer, 18 Fußgänger

Teilnehmerin Annika und der Bär des Bundeswehr-Sozialwerks – ein tolles Team! (Bild: Bundeswehr-Sozialwerk)

Insgesamt 30 Kinder und junge Leute mit Beeinträchtigungen zwischen acht und 29 Jahren nahmen an der Freizeit des Bundeswehr-Sozialwerks in Bad Münstereifel teil. 12 Teilnehmer sind auf den Rollstuhl angewiesen, die anderen 18 sind sogenannte Fußgänger.

Nach der Anreise zur Freizeit Mitte Juli 2016 hieß es wie bei jeder Ferienfreizeit zunächst, sich von der Familie zu verabschieden und die Zimmer zu beziehen. In den meisten Zimmern schlafen die Teilnehmer zu zweit oder dritt. Nur wenige Teilnehmer benötigen aufgrund ihrer Beeinträchtigung ein Einzelzimmer, zum Beispiel, weil sie im mitgebrachten Pflegebett schlafen. Bei der Anreise kontrollieren die Betreuer der Teilnehmer akribisch, ob sie alles, was sie für die dreiwöchige Freizeit benötigen, empfangen haben. „Medikamente und der dazugehörige Medikamentenplan sowie die medizinischen Hilfsmittel gehören bei unserer Freizeit genauso dazu wie Badesachen und das Lieblingskuscheltier“, sagt Ute Zielberg, die die Freizeit mitorganisiert.
Bei der Anreise lernen sich Betreuer und Teilnehmer sowie die Familien kennen. Jeder Teilnehmer hat für die Freizeit einen eigenen Betreuer. Teilnehmer und Betreuer verbringen die gesamte Freizeit miteinander.

Betreuung rund um die Uhr

Passt perfekt: Betreuer und Teilnehmerin der Freizeit. (Bild: Bundeswehr-Sozialwerk)

Für die Betreuer beginnt die Freizeit nicht erst mit der Anreise. Am Anfang des Jahres macht das Bundeswehr-Sozialwerk die sogenannte Einplanung. Sobald die Anzahl der Betreuer feststeht, kann festgelegt werden, wie viele Kinder und Jugendliche teilnehmen können. „Da während der Freizeit eine 1:1-Betreuung stattfindet, müssen wir leider einigen Familien absagen. Für die Freizeit erhalten wir viele Anmeldungen“, so Zielberg. Das Bundeswehr-Sozialwerk versuche aber, so wenige Absagen wie möglich zu verschicken. „Wir klären, ob die Teilnehmer, denen wir absagen müssen, an einer der drei anderen Freizeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen mitfahren können“, so Zielberg. Von den Familien, die Zusagen erhalten, fordern Zielberg und die Kollegen des Bundeswehr-Sozialwerks umfangreiche Informationen an: Fragebogen, Medikamentenplan, Krankenkassendaten und Versicherungsunterlagen.
Dank der Informationen zum Teilnehmer und dessen Beeinträchtigungen kann der ideale Betreuer gefunden werden. „Jedes Jahr sind ungefähr 30 Prozent der Betreuer und Teilnehmer neu dabei“, erklärt Zielberg. Bei der Einplanung gehe es darum, Teilnehmer, die mehr Aufmerksamkeit benötigen, an die erfahrenen Betreuer zu vermitteln, sagt sie.

Zusätzlich zur Einplanung werden die Betreuer geschult. An den beiden Schulungswochenenden erfahren die Betreuer rechtliche Hintergründe zu ihrem Ehrenamt. Sie erlernen auch, wie sie Medikamente verabreichen oder einen Rollstuhlfahrer beim Einkleiden oder Waschen unterstützen. Neben der individuellen Vorbereitung planen die Betreuer den Verlauf der Freizeit: Sie buchen Busse für Tagesausflüge und suchen Aktivitäten in der Region aus.

Mitsingen mit Begeisterung, Applaus von allen

Regierungsoberamtsrätin Marion Gerber, Betreuerin, überreicht Präsident Georg Stuke ein Erinnerungsfoto an die Freizeit. (Bild: Bundeswehr-Sozialwerk)

Wenn alle Vorbereitungen erledigt sind, kann die Freizeit starten: Einander kennenlernen, Freundschaften schließen und Spaß haben, das ist das Programm. Die Betreuer haben auch 2016 wieder tolle Angebote herausgesucht: Am Dienstag ist ein Pyjamafrühstück angesetzt, an einem Nachmittag wird gezaubert. Schwimmen steht bei Teilnehmern und Betreuern hoch im Kurs: Das Haus verfügt über ein behindertengerechtes Schwimmbad, dass die Rollstuhlfahrer mit einem Baderollstuhl über eine Rampe betreten können.

Das Schwimmbad ist auch Bestandteil der Führung durch das Haus am Besuchertag. Das Bundeswehr-Sozialwerk hat Gäste aus der Bundeswehr und Unterstützer des Vereins eingeladen, die Freizeit und die Teilnehmer kennenzulernen. Neben Flottillenadmiral Michael Busse vom Kommando SKB freute sich unter anderem auch Präsident Georg Stuke und Leitende Regierungsdirektorin Rula Strehl vom Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr über die Einladung nach Bad Münstereifel. Gemeinsam mit den anderen Besuchern zeigten sie sich beeindruckt von der Freizeit, den Teilnehmern und deren Betreuern. Beim gemeinsamen Essen wurde schnell deutlich, wie neugierig die Teilnehmer auf ihre Besucher sind. Gerne beantworteten die Teilnehmer und auch die Betreuer Fragen ihrer Gäste.

Gute Stimmung: Die Teilnehmer der Freizeit bedankten sich mit viel Applaus und einem Lied bei den Gästen des Besuchertages. (Bild: Bundeswehr-Sozialwerk)

Die Besucher konnten sich anschließend beim Rundgang durch das Haus einen Eindruck über das Angebot der Freizeit verschaffen. Neben dem Schwimmbad und der Turnhalle beeindruckten vor allem die Zimmer. Ebenso wie die Teilnehmer schliefen auch die Betreuer in Mehrbettzimmern, erfuhren die Gäste. Während des Rundgangs ging für die Teilnehmer die Freizeit mit dem Nachmittagsprogramm weiter. So konnten die Gäste beim Basteln oder Kartenspielen zusehen oder zur Gitarrenbegleitung mit den Kindern singen. Farbenfroher Programmpunkt an diesem Nachmittag war der Beauty Salon, an dem Teilnehmer und Betreuer sich mit Nagellack und Make Up ausprobierten.

Wolfgang Scherff (l.) überreicht ein Dankeschön des Bundeswehr-Sozialwerks an Bernhard Gertz von der Deutschen Härtefallstiftung, die den Verein finanziell unterstützt. (Bild: Bundeswehr-Sozialwerk)

Die Besucher erfuhren, dass andere Nachmittage oder auch ganze Tage außer Haus verbracht werden. So fand beispielsweise ein Bikertag statt, an dem 86 Motorradfreunde die Kinder zum Strahlen brachten. Ein Besuch im Kölner Zoo, Eis essen im Ort oder ein Besuch bei der Luftwaffe in Nörvenich stehen noch an.
Wie gut Diskoabend und Karaoke ankommen, das konnten die Besucher erahnen. Die Teilnehmer hatten für ihre Gäste ein Lied vorbereitet. Zu den Klängen von „Ein Hoch auf uns“ ließen sich die Gäste zum Mitsingen begeistern. Das gemeinsame Klatschen bei der anschließenden Ehrung des Bundeswehr-Sozialwerks klappte dann noch besser. Der Verein bedankte sich bei einigen Unterstützern. So erhielten die Schirmherrin des Osterbasars in Köln Wahn und ein Helferehepaar des Adventsbasars in Düsseldorf ein Dankeschön des Vereins. Begeisterten Applaus erhielt auch Oberst a.D. Bernhard Gertz von der Deutschen Härtefallstiftung. Er übergab einen Spendenscheck über einen fünfstelligen Betrag an das Bundeswehr-Sozialwerk. Regierungsamtfrau Ute Harrer überreichte einen Scheck in Höhe von 2.500 € aus dem Verkauf ihres Kochbuches. Der Verein finanziert mit diesen Spenden an die „Aktion Sorgenkinder aus Bundeswehrfamilien des BwSW“ unter anderem auch die Freizeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen.

05.08.2016

Lesen Sie in unseren Spendenberichten, wie dank ehrenamtlicher Helfer und Spendern vielen Menschen geholfen werden konnte.

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