Sorgenkinder in der Eifel

Ein eingespieltes Team, die Betreuer und ihre Schützlinge (Quelle: PIZ Personal/PIZ Personal/Christian Behrens)

Ferienspaß mit dem Bundeswehr Sozialwerk

Bad Münstereifel - Zum 25. Mal hat das Bundeswehr-Sozialwerk in der Eifel eine Ferienfreizeit für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen organsiert. Drei Wochen erleben sie im Haus des Jugendrotkreuzes in Bad Münstereifel einen unbeschwerten Urlaub mit einem abwechslungsreichen Programm. Für viele Teilnehmer ist diese Zeit der Höhepunkt des Jahres.

Kinderlachen, Gitarrenmusik, Gesang – die ganz normalen Klänge eines Ferienlagers. Und doch ist hier auf dem Gelände des Hauses des Jugendrotkreuzes vieles anders. Laureen ist eine der Teilnehmerinnen der Ferienfreizeit. Sie ist 14 Jahre alt, sitzt im Rollstuhl und kann nicht sprechen. Christina Timmer redet für sie. „Laureen ist zum zweiten Mal hier in Bad Münstereifel“, erzählt die 23-Jährige. „Sie liebt es, Action um sich herum zu haben und sie mag laute Musik. Vor allem aber mag sie Dominik. Der macht nämlich immer Quatsch und bringt Laureen zum Lachen.“ Laureen und Dominik sind zwei von insgesamt 30 Kindern, mit zum Teil mehrfachen Beeinträchtigungen, die hier in der Eifel Urlaub machen.

Spaß und Verantwortung bei der Ferienfreizeit

In der Eifel Tag und Nacht zusammen: Laureen Berning mit ihrer Betreuerin Christina Timmer (Quelle: PIZ Personal/PIZ Personal/Christian Behrens)

Alle Teilnehmer haben eine eigene Betreuerin oder einen eigenen Betreuer. Christina Timmer ist eine von ihnen. Die angehende Sonderpädagogin ist bereits zum sechsten Mal hier. Laureen hat sie schon einmal vor zwei Jahren betreut. Tag und Nacht sind die beiden zusammen. Christina ist nicht nur für die Unterhaltung von Laureen zuständig. Sie füttert und wäscht die 14-Jährige und auch auf der Toilette unterstützt sie Laureen. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die ehrenamtliche Betreuerin. Viele Betreuer sind Soldatinnen und Soldaten oder zivile Bundeswehrangehörige. „Wir haben hier alle Hilfe von professionellen Intensivpflegern“, sagt Christina Timmer. „Außerdem, meine Schwester ist auch mehrfach behindert. Da habe ich viele Erfahrungen sammeln können.“

Seit 25 Jahren können beeinträchtigte Kinder und junge Erwachsene mit dem Bundeswehr Sozialwerk in die Eifel fahren. Dafür mietet die Organisation stets das Haus des Jugendrotkreuzes bei Bad Münstereifel komplett an. Es liegt inmitten einer hügeligen Waldlandschaft und ist vor allem barrierefrei. Das ist besonders wichtig, denn viele Teilnehmer der Ferienfreizeit sitzen im Rollstuhl. Die Anlage hat ein Schwimmbad, eine Sporthalle, einen Grillplatz und vieles mehr. Während der drei Wochen unternehmen die Teilnehmer viele Ausflüge, zum Beispiel in den Kölner Zoo oder auf einen Pferdehof. Daneben organisieren die Betreuer Grillabende und Discos. Sie alle arbeiten ehrenamtlich. Viele verwenden ihren Jahresurlaub für diese Aufgabe. Zwischen den Betreuern und ihren Schützlingen ist häufig eine enge Freundschaft entstanden.

Immer dabei: Der Heimwehkoffer

Chefbetreuer Uwe Thielmann (l.) mit dem Inhalt des Heimwehkoffers (Quelle: PIZ Personal/PIZ Personal/ Christian Behrens)

Am Nachmittag ist plötzlich Bellen aus dem Garten der Ferienanlage zu hören. Ein Verein mit therapeutischen Hunden ist zu Besuch gekommen. Ein großes Erlebnis für die Kinder und Jugendlichen. Vielen zaubert es ein Lächeln auf das Gesicht, wenn sie die Huskys vom „Birkenhof e.V.“ streicheln dürfen. „Das hilft auch ein bisschen gegen Heimweh“, erklärt Chefbetreuer Uwe Thielmann. Gerade in den ersten Tagen der Ferienfreizeit sehnt sich manch einer zurück nach Hause. Für sie hat der Logistiksoldat einen Heimwehkoffer. „Unser Heimwehkoffer ist ganz wichtig. Da sind zum Beispiel Stofftiere drin. Wenn also jemand Heimweh bekommt, geben wir ihm eines der Kuscheltiere und die Aufgabe, zum Beispiel auf ein Schmusekrokodil gut aufzupassen. Das sorgt für Ablenkung und das Heimweh ist meist schnell verflogen. Und wenn nicht, dann gibt es in dem Koffer noch eine Heimwehsalbe und Heimwehpflaster. Das hilft fast immer.“

Beate Jung, Schirmherrin der Aktion Sorgenkinder (Quelle: PIZ Personal/PIZ Personal/Christian Behrens)

Am 23. Juli, dem diesjährigen Besuchertag, begrüßte Bereichsvorsitzender Uwe Sander zahlreiche hochkarätige Gäste, unter ihnen die Schirmherrin der „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien des BwSW“, Beate Jung, Sts a.D. Klaus-Günther Biederbick, Präs Matthias Leckel vom BAIUDBw, GenLt Erich Pfeffer als Vertreter des Inspekteurs SKB, den Landesvorsitzenden des Reservistenverbandes NRW, Oberstlt d.R. Wolfgang Wehrend, und Oberstlt a.D. Hans Kudis, Präsident Ordre Lafayette en Allemagne e.V.

Mehrmals im Jahr besucht Beate Jung, Ehefrau des ehemaligen Bundesministers der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, die Ferienfreizeiten der Hilfsaktion und weiß, wie wichtig diese Wochen auch für die Eltern sind. „Es ist eine Auszeit für sie. Für drei Wochen können die Eltern Zweisamkeit erleben. Sie können ins Kino oder Essen gehen. Das ist nicht selbstverständlich für die Eltern beeinträchtigter Kinder“, erklärt Beate Jung.

Seit über 55 Jahren engagiert sich das Bundeswehr Sozialwerk für Menschen in der Bundeswehr und deren Familienangehörige. Dank der Spendenbereitschaft innerhalb und außerhalb der Bundeswehr kann die Organisation unter anderem die Ferienfreizeiten für beeinträchtigte Kinder finanzieren und den Eigenbeitrag für die Teilnehmer gering halten. Für die Kinder von Bundeswehrangehörigen kosten drei Wochen Eifelurlaub mit Intensivbetreuung, Vollpension und Ausflügen nur 316 Euro.

Wer sich fangen lässt, landet im Planschbecken

Eine Abkühlung für die Betreuer der Ferienfreizeit in der Eifel (Quelle: PIZ Personal/PIZ Personal/Christian Behrens)

Es ist das Ende eines ereignisreichen Tages. Eine Hundeschule war zu Besuch, in der Turnhalle haben die Kinder und Jugendlichen ein Minimusical aufgeführt, sie haben im Garten gespielt und jetzt kommt das allabendliche Ritual. Die Betreuer werden durch den Garten gejagt und wer sich fangen lässt, wird in ein Planschbecken geworfen – in voller Montur! Laureen Berning und ihre Betreuerin Christina Timmer schauen sich das Spektakel an und man sieht bei beiden deutlich, dass sie einen Riesenspaß haben.

C.P., 28.07.2015

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